Ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Lösungen. Mit seinem Internet-Gottesdienst der Seelsorgeeinheit Bregtal hat der katholische Pfarrer Martin Schäuble viel Lob geerntet. Innerhalb von 24 Stunden wurde die 47 Minuten lange Aufzeichnung der Messe auf YouTube mehr als 1600 mal aufgerufen.

Öffentliche Gottesdienste verboten

Wie berichtet hat die Landesregierung alle öffentlichen Gottesdienste wegen der Corona-Pandemie verboten. Doch: „Zur Aufzeichnung und medialen Verbreitung sind Gottesdienste im kleinsten Rahmen unter Einhaltung erforderlicher Maßnahmen zum Infektionsschutz möglich“, heißt es in der amtlichen Verordnung. Deshalb waren neben dem Pfarrer noch vier weitere Personen in der Pfarrkirche in Neukirch anwesend, um desen Gottesdienst durchzuführen und aufzuzeichnen.

Großes Interesse bereits im Vorfeld

Wie ein Mitarbeiter dieses Projektes berichtet, habe es sich bereits im Vorfeld abgezeichnet, dass das Interesse an dieser Messfeier weitaus größer wird als erhofft.

Pfarrer Schäuble berichtet, dass er im Vorfeld auch von Menschen ermunternd angesprochen wurde, die nicht zu den regelmäßigen Gottesdienstbesuchern gehörten. Dazu trug auch bei, dass die Seelsorgeeinheit bereits einige Tage vor dem Sendetermin auf YouTube eine Einladung ausstrahlte, die bis zum Montag 2500 mal angeklickt wurde.

Verbunden in krisenschweren Zeiten

„Wir dürfen uns verbunden wissen in dieser krisenschweren Zeit, mit vielen, die sich zusammengefunden haben in ihren Häusern und Wohnungen und miteinander beten“, begrüßte Schäuble seine Zuschauer. Er fuhr fort: „Ich will diese heilige Messe feiern als den Sonntagsgottesdienst für unsere Seelsorgeeinheit Bregtal. Ich will bitten um Segen für uns alle, dass er in unsere Häuser, in unsere Wohnungen, in unsere Herzen komme. Ich will bitten auch in dieser Zeit der Krise, wo unsere Gesundheit, ja das Leben, so sehr gefährdet sind, dass Gott seine Hände über uns halten möge.“

„Echter Mehrwert in der Krise„

Wie Schäuble berichtet, gab es nach der Ausstrahlung viele positive Reaktionen. „Tolle Sache. Vielen Dank an alle. Konnte gemeinsam mit meiner Mutter (89 Jahre) am Gottesdienst teilnehmen. Ein echter Mehrwert in der aktuellen Krise, insbesondere für ältere Menschen“, schrieb ein YouTube-Besucher als Kommentar. Negative Äußerungen gab es bislang nicht.

Messe dauerhaft zu sehen

Der Erfolg hat die Seelsorgeeinheit bestärkt, weiter zu machen. Wenn es möglich ist, soll auch am kommenden Sonntag die Heilige Messe ab 10.30 Uhr im Internet ausgestrahlt werden. Die Messe vom Wochenende soll dauerhaft auf YouTube zu sehen bleiben.

Gedacht ist, dass Pfarrer Schäuble während der Corona-Krise weiter den Gläubigen auf diese Weise Trost geben kann, vor allem in der Karwoche und an den Osterfeiertagen. Schäuble würde sich über Rückmeldungen freuen und zwar über die E-Mail-Adresse voehrenbach@kath-bregtal.de. Wer das Video ansehen möchte, gibt auf YouTube in das Suchfeld den Begriff „SE Bregtal Vöhrenbach“ ein.