Konkret sind bereits die Planungen des Architekturbüros Kuner für das Projekt inklusives Wohnen in der Baumannstraße 13 in Furtwangen. Mehr als 50 Interessenten waren zum Informationsabend in der Fachhochschule im alten Krankenhaus gekommen

Die Genossenschaft Oekogeno aus Freiburg erläuterte das Projekt eines genossenschaftlichen Wohnens in allen Details. Im Prinzip habe mit dieser Veranstaltung bereits die Vermarktung dieser Wohnungen begonnen. Für die Aufteilung des Gebäudes und die Nutzung im Einzelnen gebe es noch verschiedene Optionen. Im Gespräch ist man beispielsweise mit der Sozialstation, ebenso wäre die Einrichtung einer betreuten Wohngruppe möglich.

Die Oekogeno aus Freiburg ist bereits seit rund 30 Jahren im ökologischen und sozialen Bereich engagiert, um verschiedene Projekte zu realisieren. In den vergangenen Jahren waren es vor allem Projekte mit alternativer Energie. In den frühen Jahren war die Oekogeno Träger der Ökobank, die allerdings nur 13 Jahre bestand. Nun legt die Genossenschaft Wert vor allem auf soziales und inklusives Wohnen. Nachdem sie seit zwei Jahren mit der Stadt Furtwangen im Gespräch gewesen war, wurde inzwischen der Kaufvertrag für das Grundstück Baumannstraße 13 unterzeichnet.

Die Oekogeno will in der ehemaligen Gewerbeschule ein Mehrgenerationenhaus mit einer klaren sozialen wie ökologischen Ausrichtung erstellen. Allerdings ist die Oekogeno dann nicht Besitzer der Immobilie, sondern übernimmt lediglich die Verwaltung. Als Besitzer soll sich eine eigene Genossenschaft in Furtwangen bilden, deren Mitglieder dann das Projekt tragen. Ein wesentliches Ziel ist es, dass Bewohner des Hauses quasi einen Querschnitt durch die Bevölkerung darstellen. Junge Familien oder Singles, Senioren oder Behinderte sollen gleichermaßen vertreten sein. Und da hat die Genossenschaft auch gewisse Einflussmöglichkeiten. Denn die Wohnungen werden nicht verkauft, sondern lediglich durch die Genossenschaft vermietet. Damit hat sie direkten Einfluss, wer in dem Hause wohnt. Allerdings wurde in der Diskussion deutlich, dass für die ein oder andere Personengruppe auch ein gewisses Problem auftreten könnte: Um in diesem Haus wohnen zu können, ist ein Genossenschaftsanteil als Einlage zu hinterlegen. Und dieser Anteil dürfte nach ersten Kalkulationen bei etwa 35 000 Euro liegen. Damit hat jeder aber nach Bezug der Wohnung lebenslanges Wohnrecht und wer auszieht, erhält diesen Genossenschaftsanteil auch wieder zurück.

Als Planer gewann Oekogeno das Furtwanger Architekturbüro Kuner. Junior Philipp Kuner machte deutlich, dass die Planung eines solchen Objekts nicht ganz einfach ist. Einerseits galt es, ökologische und soziale Aspekte wie die aufwändige komplette Barrierefreiheit zu berücksichtigen, zum anderen sollte kostengünstig gebaut werden, um einen Mietpreis von etwa zehn Euro warm je Quadratmeter zu realisieren.

Auf jeden Fall ist die Oekogeno daran interessiert, dass sich mögliche Interessenten an seiner solchen Wohnung bald melden und auch Besonderheiten wie Familie, Behinderung oder ähnliches angeben, um die Wohnungen baldmöglichst verteilen zu können. Der Zeitplan sieht vor, dass in diesem Jahr noch Planung und Genehmigung abgeschlossen sind und bis zum Herbst 2017 der Rohbau steht. Nach dem Innenausbau soll das Gebäude voraussichtlich gegen Ende 2018 bezogen werden.

Weitere Informationen:

www.oekogeno.de