Im Zusammenwirken mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) wurde an der Furtwanger Hochschule die 19. Summer School „Informatica Feminale Baden-Württemberg“ eröffnet. 150 Frauen von Schwenningen über Berlin bis Aachen kamen als Teilnehmerinnen und Mitarbeiterinnen, darunter eine Professorin aus Hagen oder eine Referentin aus Kiew. Projekt-Förderer Ministerialdirigent Hans J. Reiter vom MWK eröffnete am Dienstag die Serie von Workshops, Seminaren und Vorlesungen. Er lobte die routinierte Organisation des Programms von Frauen für Frauen, wobei es um Daten, ihre Bedeutung, den Einsatz und ihren Schutz gehe.

Wissenschaftspolitik will Frauen fördern

Förderung der Frauen sei Ziel der Wissenschaftspolitik. Verlässliche Perspektiven, Erhöhung der Frauenanteile in Gremien und Motivierung der Frauen würden angestrebt. Im MWK seien bereits 60 Prozent Frauen integriert. Die Entwicklung im IT-Bereich von 16 Prozent im Jahre 2001 zu 22 Prozent 2019 sei ein Fortschritt mit Luft nach oben. Das Land könne auf qualifizierte Frauen nicht verzichten. Es fehle noch an Vorbildern, daher appellierte Reiter: „Werden Sie selbst Vorbild.“

Breites Rahmenprogramm

Persönlich begrüßt wurden die Gäste durch die Projektmitarbeiterin Barbara Zimmermann, und offizielles Willkommen gab es durch Master of Science Susanne Schmidt. Sie dankte dem MWK, den Sponsoren, darunter Burda Solutions, und der Leiterin Ulrike Busolt von der HFU-Fakultät Mechanical and Medical Engineering und wies auf Infostände, Angebotsvielfalt und Rahmenprogramm hin.

Für Technik begeistern

Seitens der HFU übernahm Kanzlerin Birgit Rimpo-Repp die Begrüßung. Sie freute sich über die große Zahl interessierter Frauen und dass dem MWK die Sache am Herzen läge, genauso wie ihrer Kollegin Barbara Busolt, die energisch die Themen erarbeitete. Die Begeisterung für technische und naturwissenschaftliche Bereiche solle intensiviert werden.

Gute Chancen für Fachkräfte

Als sie selbst studierte, gab es nur sechs Prozent Frauen. Obwohl sich das Bild wandle, gebe es immer noch wenig Frauen in Wissenschaft und Informatik. Fachkräfte seien gesucht und es gebe gute Chancen. Gründe, die Frauen abhalten, seien fehlende Vorbilder und praktischer Bezug, daher sei diese Veranstaltung äußerst wichtig. Technisierung und Digitalisierung prägen die Gegenwart. Manche Entwicklung wäre anders verlaufen, wenn Frauen beteiligt gewesen wären, da sie sich mehr Gedanken über den praktischen Einsatz machten. Rimpo-Repp lobte daher die motivierende Organisation.

Netzwerke für Frauen wichtig

Professorin Barbara Busolt wies darauf hin, wie wichtig vernetzte Frauen seien und forderte mehr Frauen im Informatikstudium. Man müsse bereits im Kindergarten ansetzen, Deutschland als rohstoff-arme Region sei darauf angewiesen, seine geistigen Fähigkeiten zu nutzen. Bis zum Samstag, 3. August, dauert das breit gefächerte Angebot der Sommerhochschule in Furtwangen mit Kursen unter anderen zu Python (Programmiersprache), Scrum (Vorgehensweise des Produkt- und Projektmanagements), Website-Entwicklung, MATLAB (Software zur Lösung mathematischer Probleme) oder ECTS (European Credit Transfer System).

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