Furtwangen – Immer mehr gefragt ist die Bergwacht Schwarzwald. Nicht nur der Landesverband zählt mehr Einsätze, auch der Ortsverein Furtwangen wird stärker gefordert. Der ist jedoch voll ausgelastet.

Das Jahr 2019 brachte der Bergwacht Schwarzwald mit 1455 Einsätzen einen neuen Rekord, wie Landesgeschäftsführer Lutz Scherer mitteilte. „Neben den rein rettungsdienstlichen Einsätzen hat die Bergwacht Schwarzwald im Jahr 2018 auch 24 Totenbergungen und 40 Sucheinsätze im Gelände durchgeführt, 117 mal war ein Helikopter an den Rettungsaktionen beteiligt“, so Scherer. Der Trend zu mehr Menschen in der Natur nehme kontinuierlich zu. Und dies bilde sich nahezu direkt in den Einsatzzahlen der Bergwacht Schwarzwald ab.

Diesen Trend beobachtet auch Marti Duffner, Pressereferent des Bergwacht-Ortsvereines Furtwangen. Auf Anfrage unserer Zeitung berichtet Duffner, dass es im Jahr 2016 83 Einsätze gab, 2017 waren es 94 und 2018 musste der Ortsverein 81 mal ausrücken. „Unsere Einsatzzahl wird tendenziell eher wieder sinken, da Furtwangen seit letztem Jahr über ein Notarzteinsatzfahrzeug verfügt“, so Duffner.

Früher wurde die Bergwacht nämlich oft als sogenannter Notarztzubringer alarmiert, um den Furtwanger Notarzt zur Einsatzstelle zu bringen und bis zum Eintreffen des nächsten Rettungswagens bei der medizinischen Erstversorgung zu unterstützen.

„Grundsätzlich übernehmen wir diese Einsätze gern und sind auch notfallmedizinisch ausgebildet. Allerdings stellt es für uns schon eine Erleichterung dar, dass wir nicht mehr ganz so oft diese Einsätze fahren müssen“, so Duffner.

Immer stärker gefordert ist der Ortsverein dagegen bei den klassischen Bergwachteinsätzen im unwegsamen Gelände. Duffner berichtet, dass allein im Januar und Februar bereits 15 Einsätze stattfanden. Die meisten Opfer waren Skifahrer, sowohl im Bereich alpin als auch im Langlauf. „Vor etwa acht bis zehn Jahren hatten wir etwa 40 Einsätze im Jahr“, vergleicht Duffner.

Hinzugekommen sind in den vergangenen Jahren Präventiv-Aufgaben. So stehen Bergwacht-Mitglieder bei Veranstaltungen wie zum Beispiel dem Schwarzwald-Bike-Marathon oder bei Skiwettkämpfen an der Martinskapelle, in Schonach und Schönwald bereit. „Und das alles neben unserem regulären Wochenend- und Feiertagsdienst, welchen wir auf unserer Bergrettungswache Neueck leisten“.

Hinzu komme die Jugendarbeit und der Naturschutz. „In unserer Jugendbergwacht werden die Neun- bis 14-Jährigen an die Arbeit der Bergwacht hingeführt. Beim Naturschutz beteiligen wir uns jedes Jahr bei der Loipenputzete der Skizunft Brend“, so Marti Duffner.

Für die ehrenamtlichen Bergwachtmitglieder sind die zusätzlichen Einsätze unter der Woche eine Belastung, berichtet Duffner, denn anders als Feuerwehrleute werden diese nicht von der Arbeit freigestellt, sondern müssen die Einsätze als Überstunden abbauen oder sogar dafür Urlaub nehmen.

Die meiste Arbeit der Ortsgruppe Furtwangen hängt "zur Zeit an rund 20 wirklich aktiven Mitgliedern“ so Duffner. Deshalb suche man stetig neue Mitglieder. „Ab 14 Jahren kann man in die Anwärterschaft und bereitet sich auf die Ausbildung zum Bergretter vor, aber auch Erwachsene können hier jeder Zeit einsteigen“.

Weitere Informationen: www.bergwacht.de/bergwacht-schwarzwald/de/Ortsgruppen/OG-Furtwangen/