Der Haushaltsplan-Entwurf für das kommende Jahr steht fest und wurde dem Gemeinderat vorgestellt. „Ich bin froh, dass wir das Werk zusammengestellt haben“, erklärte Lisa Wolber. Und das schon im November, so die Bürgermeisterin, obwohl im Jahr der Umstellung besondere Herausforderungen angestanden seien.

Der Plan wurde erstmals nach dem neuen kommunalen Haushalts- und Rechnungswesen (NKHR) erstellt. Hierzu wurden die Rathausmitarbeiter und Gemeinderäte im September fachlich geschult.

Ergebnishaushalt 2020 schließt mit einem Plus

Die gute Zahl vorweg: Der Ergebnishaushalt schließt 2020 mit einem Plus von 80  000 Euro ab. Die Abschreibungen für alle erfassten und bewerteten Vermögensgegenstände belaufen sich auf 417  500 Euro, die Auflösungen von Investitionszuschüssen auf 196  800 Euro, die wiederum als Ertrag verzeichnet werden können. Dies wurde am Beispiel der Mehrzweckhalle dargestellt: Zwar müsse man für die Halle knapp eine halbe Million Euro aufbringen, doch könne man die Zuschüsse auch wieder als Auflösungen verbuchen, so Wolber. Somit belasten die Abschreibungen den Haushalt der Gemeinde mit 220  700 Euro.

126 000 Euro für Ruhestandsbeamten

Die wichtigsten Aufwände im Haushaltsplan seien für die Beamten im Ruhestand, für die 126  000 Euro anfallen, die Bewirtschaftungskosten, die mit 137  800 Euro zu Buche schlagen, sowie die gestiegenen Personalkosten. Letztere, bei denen zum nächsten Jahr hin eine Steigerung von fünf Prozent erwartet werde, hängen unter anderem mit der geplanten Ganztagsbetreuung im Kindergarten St. Katharina zusammen.

Dafür kann an anderen Stellen wieder gespart werden: „Wir hoffen, dass wir durch die Sanierung der Mehrzweckhalle Heizungskosten sparen können“, so Wolber. Auch hätte es durch die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED seit 2016 deutliche Einsparungen gegeben: So konnte man bereits mehr als die Hälfte der Kosten einsparen. Zum Vergleich: Belief sich der Verbrauch im Jahr 2013 noch auf 13  000 Euro jährlich, waren es im vergangenen Jahr nur noch 7000 Euro.

Wo fließt das Geld hin?

Die größten Löcher im Haushalt 2020 hinterlassen die geplanten Investitionen: die Sanierung der Mehrzweckhalle, der Breitbandausbau sowie der Bau des neuen Gemeindezentrums auf dem King-Areal. Der Breitbandausbau wurde mit 500  000 Euro eingeplant – doch hingen die Kosten noch davon ab, wie viele mitmachten, erklärte Lisa Wolber. Von 250 verschickten Anfragen zum Breitbandausbau seien bisher 140 unterschriebene Anträge zurückgekommen, so Wolber, doch könnte es natürlich noch Nachzügler geben.

Auch der Umbau des Kindergartens St. Katharina kostet Geld. Dieser hängt damit zusammen, dass die Nachfrage nach Betreuungsangeboten für Kinder unter drei Jahren steigt.

2586 Euro Schulden pro Kopf

„Kommen wir zu den leidigen Themen“, eröffnete Lisa Wolber das Thema Schulden. Im nächsten Jahr hätte die Gemeinde noch „Galgenfrist“ und werde vom Schwanken des Gewerbesteueraufkommens profitieren. Für 2021 zeichne sich ab, „dass es weniger wird, was bei uns hängen bleibt“, so Wolber.

Bei 1,57 Millionen Euro liege der Schuldenstand 2019 – was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1353 Euro entspräche. 2020 seien es 1,2 Millionen Euro Schulden. 2021 aber bereits drei Millionen, was einer Verschuldung von 2586 Euro pro Kopf entspräche. „Damit überschreiten wir den historischen Höchststand, der 1986 bei 1,6 Millionen lag“, erläuterte Wolber.

Die Bürgermeisterin rechtfertigte dies jedoch auch damit, dass Gütenbach über keinerlei Eigenbetriebe verfüge. „Wir müssen uns wirklich überlegen, wie wir die nächsten Jahre klar kommen“, sagte die Bürgermeisterin, „denn wir leben ein Stück weit über unseren Verhältnissen“. Doch sollte man, so Wolber, nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern sich eine gute Strategie überlegen.