Einen großen Bahnhof gab es in der Festhalle, um vier verdiente Bürger für ihr jahrelanges ehrenamtliches Engagement zu ehren. Vertreter aus Kommunalpolitik und Vereinen würdigten das Wirken von Andreas Trenkle, Fred Wekker, Bernhard Weiß und Manfred Schätzle. Daneben sorgten die Wälderbuebe Linach und der Musikverein Katzensteig für den musikalischen Rahmen. Das Büffet für die Gäste richteten die Landfrauen des oberen Bregtals.

Starkes gesellschaftliches Fundament

Die Unruhe im Saal wurde durch die Ansprache Josef Herdners gestoppt: „Schön, dass Sie auf den Bürgermeister hören.“ Der Rathaus-Chef betonte, die Stadt sei geprägt vom langjährigen Engagement von Bürgern, um ein starkes gesellschaftliches Fundament mit vielfältigen Angeboten zu garantieren, was in der ukrainischen Partnergemeinde Wylkowe imponiert habe. Den zu Ehrenden gelte Dank und Anerkennung durch Stadt und Gemeinderat.

„Idiotes“ gibt‘s hier nicht

Herdner erinnerte an das antike Griechenland, wo sich jeder Mann für die Belange seiner Stadt einsetzte. Wer an Versammlungen nicht teilnahm, galt als „Idiotes“ – ein Privatmensch, der hier nicht anzutreffen sei. Das hiesige Engagement sei wie „Hefe im Brot oder Salz in der Suppe“, um pulsierendes Leben, Attraktivität und Lebenswert zu garantieren. 120 Vereine, vielfältige Organisationen und Gruppierungen beweisen Gespür für das Allgemeinwohl. Daher galt des Bürgermeisters Dank den Geehrten und allen, die sich für die Bürger der Stadt engagieren, einschließlich Hausmeister Hans Hackel, Landfrau Martina Hepting und Mitarbeiterin Bernadette Burt.

Quellen engagierten Miteinanders

Hoch hielt auch Landrat Sven Hinterseh das Ehrenamt und verband damit Zitate von Anne Frank („Wie wunderbar ist es doch, dass niemand auch nur einen einzigen Augenblick warten muss, bevor er beginnen kann, die Welt zu verbessern“) und von Erich Fromm („Man liebt das, wofür man sich müht und man müht sich für das, was man liebt“). Beides könne man als Quellen engagierten Miteinanders werten.

Würdigung eine Herzensangelegenheit

„Einer Gesellschaft muss es am Herzen liegen, Menschen in ihrer Mitte zu würdigen, die sich in beispielhafter Weise für das Gemeinwesen und seine Bürgerinnen und Bürger einsetzen“, sagte der Landrat. Die Feier sah Hinterseh nicht nur als Pflicht, sondern als Herzensangelegenheit und verband damit den Dank für selbstverständlichen, freiwilligen und ehrenamtlichen Einsatz. Aus den Händen von Bürgermeister Josef Herdner erhielten Andreas Trenkle, Fred Wekker und Bernhard Weiß die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg mit Urkunde.

  • Andreas Trenkle kam mit 18 Jahren zu den Linacher Wälderbuebe, wurde 1979 Schriftführer, war 20 Jahre Vorsitzender des Vereins und von 2005 bis 2012 Vorsitzender der Harmonika-Kreisvereinigung. Er setzte Signale mit Freilichtspielen an der Linacher Staumauer und der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen des Vereins. Er sorgte für einen nahtlosen Übergang der Theaterspielgruppe vom Männergesangverein zu den Wälderbuebe und zeichnete sich für durchgängig 97-prozentigen Antrittsbesuch aus und fehlte in der langen Zeit nur 40 Mal. 2019 übergab er das Amt an Ferdinand Kreuz.
  • Fred Wekker gehört seit 1966 zum Radfahrverein, in dem er seit 1996 Kassenwart ist. Obwohl der Verein etwas im Schatten steht, engagiert er sich alljährlich im Sommerferienprogramm der Stadt mit einem interessanten Geschicklichkeitsparcours. Wekker übernahm organisatorische Aufgaben und sorgte für Vereinsausflüge. Daneben ist er aktiv im Sportschützenverein tätig, dessen Ehrenmitglied er wurde und er gehört zum Musikverein Katzensteig.
  • Bernhard Weiß ragt aus diesem Blasorchester hervor. 42 Jahre ist er den Katzensteigern treu, 20 Jahre war er Schriftführer, die Festschriften zum 25- und 50-jährigen Bestehen gestaltete er und seit 1997 ist er Inventarverwalter. Er war stellvertretender Vorsitzender und ihm liegt die Jugendausbildung am Herzen.
  • Manfred Schätzle bekam die Staufermedaille mit Ehrenurkunde des Ministerpräsidenten Kretschmann überreicht durch Landrat Sven Hinterseh. Mit 18 Jahren wurde Schätzle Schriftführer der Sportfreunde Schönenbach, wurde Jugendleiter und stellvertretender Vorsitzender von 1970 bis 1975. Neben Fußball war Tischtennis sein Anliegen. Er gründete vor über 50 Jahren den TTC 1966 Schönenbach. 25 Jahre war er Vorsitzender und sorgte im „Löwen“, einem Klassenzimmer und später in der Sporthalle für Trainingsräume.

Im Fußball legte er eine Schiedsrichterkarriere hin, die 1960 begann. 15 Jahre war er aktiver Schiri, wurde Schiedsrichter-Lehrwart, wurde 1972 zum Bezirkslehrwart gekürt und war seither Obmann im Bezirk Schwarzwald. Seit 1997 ist er Verbandsschiedsrichterobmann im Südbadischen Fußballverband und wurde Ehrenobmann. 23 Jahre ist Schätzle im Verbandsschiedsrichter-Ausschuss, sorgt für den Austausch mit Frankreich und der Nordschweiz und die Integration von migrierten Schiedsrichtern. Daneben kümmert er sich um Inklusion mit entsprechenden Projekten.

Hinterseh würdigte das Engagement Schätzles und hob den Dienst der Schiedsrichter hervor, die sich zu gesellschaftspolitischen Themen äußern und Rassismus die rote Karte zeigten.