Furtwangen (kou) Viele kennen sie aus verschiedensten Begegnungen: Helga Harter aus Furtwangen. 2015 veröffentlichte sie ihren ersten Roman „Zu arm zum Träumen?“. Jetzt erschien ihr zweites Werk „Hausierer-Sophie“. Auf über 300 Seiten wird eine bewegende Familiensaga präsentiert. Alles spielt sich im Schwarzwald ab, genauer in Lehengericht, das jetzt zu Schiltach gehört. Hauptpersonen sind die Großeltern väterlicherseits der Schriftstellerin und deren Angehörige. Persönliche Schicksale werden authentisch dargestellt.

Plastisch erscheint Sophie, die sich als starke Frau im Strudel menschlicher Herausforderungen beweist. Sie ist die Ehefrau des Hausierers Matthias. Sie leben in einer bewegten Zeit von Arbeitslosigkeit, Weltkriegen, Armut und rasender Inflation. Der historische Roman führt in die Goldenen Zwanziger, die für die meisten Menschen allerdings nicht mit Edelmetall umkränzt waren.

Immer wieder mussten die Menschen sich durchkämpfen und oft war ein Neuanfang notwendig. Neben den äußeren Umständen sind es die persönlichen Erlebnisse, die herausfordern und die Sophie in diesem Werk zur Heldin werden lassen.

Sie muss falsche Anschuldigungen, Meineid, Armut, Vorurteile, vermeintlichen Inzest, Ungerechtigkeit und niederträchtiges Verhalten mancher Mitmenschen ertragen und kämpft sich als wahre Heldin durch. Die Sprache der Autorin ist treffend. Hie und da tauchen Regionalidiome auf. Der Fluss der Erzählung ist organisch ansprechend. Kurze Sätze erhöhen die Spannung und das Lesevergnügen.

Die 58-Jährige schreibt schon seit ihrer Jugend gerne. Sie wuchs in Alpirsbach auf, besuchte das Gymnasium in Freudenstadt und ließ sich zur Erzieherin ausbilden. Eines Tages überlegte sie sich, was sie „noch machen will“. So kam sie dazu, ihre Gedanken und Fragen in Literatur zu kleiden – und so kam es auch zu ihrem zweiten Buch.

Zu haben ist das Paperback-Buch unter anderem im Buchhandel und im Schuhgeschäft Klausmann. 316, Seiten, ISBN: 978-3-7439-3851-9, 15 Euro