Mit vielen Gästen aus nah und fern feierten die Sozialdemokraten Geburtstag in der Furtwanger Festhalle. Die SPD Furtwangen besteht seit 125 Jahren, der Vöhrenbacher Ortsverein seit 100 Jahren. 2013 schlossen sich beide Ortsvereine zur SPD Oberes Bregtal zusammen, denn „gemeinsam sind wir stärker“, wie Vorsitzender Ulrich Hättich bei der Begrüßung betonte.

Die Festrede hielt Leni Breymaier, die Landesvorsitzende der SPD Baden-Württemberg. Sie handelte von der aktuellen Politik, dem Abschluss der großen Koalition vor wenigen Tagen, und von den „langen Linien“, mit denen die SPD langfristig ihre Ziele verfolge. „Ihr habt mit dem Zusammenschluss Eurer Ortsvereine vorgemacht, wie die Arbeit konzentriert werden kann“, lobte sie die Fusion. Die SPD müsse beide Ziele verfolgen: Lösungen für kurze Strecken finden, dabei aber langfristige Ziele wie die sozialen Sicherungssysteme oder die europäische Integration nicht aus den Augen verlieren.

Leni Breymaier hält die Festrede.
Leni Breymaier hält die Festrede.

Auf die Arbeitswelt kommen drastische Veränderungen zu. Als Beispiele nannte Leni Breymaier den Finanzsektor oder neue Techniken, die Autos autonom fahren lassen. „Wir müssen Visionen entwickeln, wo es hingehen kann.“ Wohin soll der Produktivitätszuwachs fließen? Wer profitiert davon? Man müsse mehr Geld in Altenpflege und Gesundheit stecken, forderte die SPD-Landesvorsitzende. Der Schwarzwald-Baar-Kreis habe seine Erfahrungen mit dem Strukturwandel, zum Beispiel in der Uhrenindustrie. „Wir brauchen Europa“, betonte die Rednerin und erinnerte in einem kurzen Rückblick auf die Geschichte des Kontinents daran, dass man gerade junge Leute wieder davon überzeugen müsse, wie wichtig das gemeinsame Europa ist.

Die Gleichberechtigung war ein weiteres Thema, noch viel zu oft werde die Arbeit der Frauen als „Zuverdienst für die Familie“ betrachtet. In vielen Einzelschritten versuche die SPD, Fortschritte zu erzielen, zum Beispiel durch Rückkehrmöglichkeiten vom Teilzeit- zum Vollzeitjob. Breymaier sprach auch den Umgang mit Flüchtlingen an und machte Mut, den „kleinen Alltagsdiskriminierungen“ entgegen zu treten. Die SPD-Landesvorsitzende verglich die Geschichte der Partei mit einem Staffellauf und appellierte an alle: „Geben wir das Staffelholz weiter für unsere Ziele: Freiheit, Gleichheit, Solidarität.“