Wie aus einem Urlaubstrip ein Wohltätigkeitsverein entspringen kann, zeigt die Entwicklung des mittlerweile 34 Mitglieder zählenden Projekts Dominican Health von Peter König. Um Ferien zu machen, flog der Furtwanger Hochschulprofessor im Jahr 2017 in die Dominikanische Republik. Im Norden der Insel, bei Puerto Plata, hatte Peter König sein Urlaubsquartier, und eher zufällig kam er ins Gespräch mit dem einheimischen Arzt Milton Morante. Kein Wunder, dass das Thema Gesundheit beide interessierte, den einheimischen Arzt und den Professor für Pflege und Rehabilitationsmanagement aus dem Schwarzwald.

Für das Gesundheitssystem in der Dominikanischen Republik engagiert sich der Furwanger Verein Dominican Health. Rechts der Initiator Peter König, neben ihm die beiden Pflegewissenschaftler Ulrike Lindwedel und Stefan Walzer.
Für das Gesundheitssystem in der Dominikanischen Republik engagiert sich der Furwanger Verein Dominican Health. Rechts der Initiator Peter König, neben ihm die beiden Pflegewissenschaftler Ulrike Lindwedel und Stefan Walzer. | Bild: Christa Hajek

Aus der zufälligen Begegnung entwickelte sich eine enge Partnerschaft. In Furtwangen wurde der Verein Dominican Health gegründet, mit Peter König an der Spitze. Er hat derzeit 34 Mitglieder. Die Zusammenarbeit zwischen Verein und Hochschule bewährt sich bestens. Inzwischen waren vier Studentinnen jeweils für drei bis fünf Monate in der Dominikanischen Republik und arbeiteten dort. Eine weitere Studentin fliegt in diesen Tagen in die Dominikanische Republik, wo sie ein Praxissemester absolviert.

Haus mit 14 Betten

Der Arzt Milton Moranta ist in Puerto Plata dabei, ein altes Krankenhaus herzurichten, bis April soll es bezogen werden. Es hat zwar nur 14 Betten, aber sehr viele Patienten werden dort auch ambulant behandelt. Das Besondere: Milton Moranta und sein Team wollen armen Menschen den Zugang zum Gesundheitssystem ermöglichen und behandeln auch Patienten, die keine Krankenversicherung haben. Das ist nur möglich durch Spenden und Freiwilligen-Einsätze.

Behandlung auch ohne Krankenversicherung

Im Januar kam nach vierwöchiger Reise ein großer Container mit Hilfsgütern aus dem Schwarzwald in Puerto Plata an. Er war vollgepackt mit Krankenhausbetten und anderen Möbeln, Matratzen, Verbandsmaterial und vielen Dingen, die im Krankenhaus gebraucht werden. Die Furtwanger hatten nicht nur die Hilfsgüter gesammelt und eigenhändig verpackt. Es gab zudem eine Menge Bürokratie zu erledigen, außerdem mussten über 3000 Euro Transportkosten aufgebracht werden. Fördergelder wurden beantragt, mit eigenen Aktionen wie Weihnachtsmarkt und Hochschulparty brachten die Akteure zusätzlich Geld in die Kasse. „Wir haben viel bei der Aktion gelernt“, sagt Peter König lachend im Rückblick.

Studenten machen Praxissemester

Etwa zehn aktive Helfer unterstützen die Arbeit, unter ihnen auch die Pflegewissenschaftler Ulrike Lindwedel und Stefan Walzer. Derzeit werden auch Schulungskonzepte für die Gesundheitsversorgung in Ländern der Dritten Welt entwickelt. Auch die Lebensbedingungen der Menschen analysieren die Furtwanger und suchen nach praktikablen Lösungen für Verbesserungen. Für dieses Jahr haben sich die Akteure der Furtwanger Hochschule und des Vereins Dominican Health weitere Spendenaktionen und Informationsveranstaltungen vorgenommen. Die engen Kontakte nach Puerto Plate werden weiter gepflegt.