Eine Drohne fliegt über das Gelände der Firma S. Siedle & Söhne. Das Fluggerät mit einer eingebauten Kamera schwebt bedrohlich nah an den Gebäudefenstern und filmt, was darin vorgeht. Ein Fall von Industriespionage? Nein, alles nur Film. Diesmal zumindest. Ein sechsköpfiges Projektteam der Hochschule Furtwangen nutzte die Kulisse des Furtwanger Unternehmens für einen Lehrfilm.

Betriebsspionage gibt es seit Menschengedenken. Wertvolles Insider-Wissen ist für Kriminelle, die darauf spezialisiert sind, ein gutes Geschäft. Dass Flugdrohnen mit eingebauten Kameras genutzt werden, ist relativ neu. Vor allem der Preisverfall und die leichte Beschaffung machen sie dafür attraktiv.

Was tun, wenn eine Drohne über dem eigenen Betriebsgelände auftaucht? Jasmin Heck, Sprecherin des Teams: „In unserem Film zeigen wir, wie man richtig reagiert“. Neben Spielszenen gibt es auch ein Interview mit dem Kriminaldirektor außer Dienst, Bernhard Glaser, HFU-Lehrbeauftragter für Kriminalistik und Kriminologie.“

Glaser gab den Anstoß für den Film. Denn im Studiengang Security and Safety Engineering an der Hochschule fehle bislang geeignetes Lehrmaterial zum Thema. „Diese Lücke wollten wir mit unserem Film schließen“, so Jasmin Heck. Wie ihre Kommilitonen studiert sie an der Fakultät Digitale Medien der Hochschule.

13 Minuten lang ist der Film, der jetzt vorgestellt wurde. Er entstand in Eigenregie und zum Teil schlüpften die Studierenden auch in die Rolle der Drohnen-Gangster. Gedreht wurde an mehreren Orten in Furtwangen, der Schwerpunkt lag auf dem Gelände der Firma Siedle. „Das große Betriebsgelände im Herzen von Furtwangen war für unsere Zwecke ideal“, sagt Jasmin Heck.

Die Firma Siedle hat das Projekt gerne unterstützt, wie Rolf Burger, Sicherheitsfachkraft bei Siedle, erklärt: „Das Thema ist ganz und gar nicht aus der Luft gegriffen, sondern aktuell und relevant, natürlich auch für Siedle. Und wir sind grundsätzlich froh, wenn wir Studierende der HFU unterstützen können. Die Hochschule ist für uns ein zentraler Rekrutierungsort für neue kluge Köpfe bei Siedle.“