Bereits zum dritten Mal war die Robert-Gerwig-Schule bei der Landeskampagne „Start-up BW“ des Wirtschaftsministeriums Stuttgart dabei. Die Aktion will Gründungsinteressierten im Land Mut machen. Um Schülern das Thema Gründung nahe zu bringen, wird an zahlreichen allgemeinbildenden Schulen ein so genannter „Start-up BW Young Talents Innovation Workshop & Pitch“ durchgeführt.

Die Furtwanger Robert-Gerwig-Schule hatte bereits vor zwei Jahren bei der Premiere mitgemacht und war auch im vergangenen Jahr mit von der Partie. Die Schüler aus verschiedenen Zweigen sollen dafür sensibilisiert werden, was zu beachten ist, wenn man ein eigenes Unternehmen gründen möchte. Häufig geht es darum, eine neue Geschäftsidee umzusetzen und damit eine Marktlücke zu füllen.

Vier Firmengründer berichten

Allerdings ist dies nicht so einfach. Dies wollten vier Vertreter der Initiative vom Steinbeis-Innovationszentrums Unternehmensentwicklung an der Hochschule Pforzheim den Furtwanger Schülern vermitteln. Alle vier haben selbst eine relativ unspektakuläre Ausbildung gemacht beispielsweise als Lehrer oder Journalist, aber mehrere von ihnen haben bereits selbst ein eigenes Unternehmen gegründet und können eigene Erfahrungen weitergeben.

Drei Phasen einer Unternehmensgründung

Die Aktion dauerte einen Tag. In dieser Zeit durchlebten die Jugendlichen die ersten drei Phasen einer Unternehmensgründung. So wurden ihnen Techniken vermittelt, um die Kreativität anzuregen und eine eigene Geschäftsidee zu entwickeln, die in dieser Form noch nicht auf dem Markt ist. Im zweiten Schritt musste die Idee ausgearbeitet und konkret formuliert werden.

Höhepunkt des Tages ist der „School-Pitch“, in dem die Schüler drei Minuten Zeit hatten, um ihre Business-Idee vor einer externen Jury zu präsentieren. Danach stellte die Jury weitere drei Minuten lang Fragen. Zuhörer und Jury waren erstaunt über die Fantasie und Produktivität.

Jury mit heimischen Experten

Zur Jury gehörten Ausbildungsleiter Michael Schonhardt von der Furtwanger Firma S. Siedle & Söhne, Marlene Hauser von der Industrie- und Handelskammer (IHK) und Ausbilderin Simone Oswald von Rena in Gütenbach.

Manche Ideen muteten eher kurios an, eventuell auch kaum realisierbar, andere waren überzeugend. Insgesamt sieben innovative Geschäftsideen wurden präsentiert. Die erste entstand beispielsweise aus Erfahrungen der Schüler, dass der öffentliche Nahverkehr für den Weg zur Schule, noch mehr aber für andere Aktivitäten nur schlecht geeignet ist.

Ihre Idee ist ein komplexes Vermittlungssystem, über das futuristische, selbstfahrende Autos geordert werden können. Die Besitzer legen fest, wann sie ihr Roboter-Auto nicht brauchen und es für die öffentliche Nutzung zur Verfügung steht.

Viele kreative Ideen

Was macht eine Familie, wenn kein Kindergartenplatz frei ist? Hier hatte eine Gruppe die Idee, eine Onlinevermittlung von freien Erziehern anzubieten. Komplett sozial ausgerichtet war eine geplante Organisation, die sozial schwachen Menschen soziale Arbeit, beispielsweise in der Stadt vermittelt, wofür dann Gutscheine für Gebrauchsgegenstände vergeben werden.

Individuelle Wanderkleidung, ein Belohnungssystem für die Fahrt mit dem Fahrrad oder eine Chipkarte mit allen medizinisch relevanten Daten einer Person waren weitere Ideen. Schließlich gab es ebenfalls aus praktischen Erfahrungen die Idee einer Schweißer-Brille mit Monitor statt schwarzen Gläsern.