Furtwangen – Die verschiedenen Themen rund um Fasnet, Bürgermeisterwahl, Odin Jäger und Weißnarren wurden bei der Elfimess besprochen, von immerhin acht Büttenrednern, über die sich Narrenchef Christof Winker freute.

Erstmals keine Bierbänke, sondern normale Stühle gab es – weil der Bürgermeister jetzt Opa sei, dann könne man keine Bänke mehr verlangen. Eine alte schicke Oma habe er getroffen, die viel zu erzählen hatte. „Ich habe sie gleich mitgebracht“, klärte er auf. „Oma Herdner“ Roland Wehrle wusste auch wieder viel zu erzählen, geradezu selbstredend, teils unter der Gürtellinie. Ihr Mann, der „Trump-Sepp“, sei ein Segen für das Land. Und er sei auch ganz heiß auf die „Alte Jungfere“. Recht politisch reimte der Narrenchef der VSAN, der seit 50 Jahren in der Bütt steht, von den Bürgermeisterwahlen und weiteren Problemen. Schließlich holte er den Herdner Sepp auf die Bühne, um ihm ein Trump-Outfit zu verpassen.

Pascale Moser bewies sich in diesem Jahr als Einstein. Zwar gelte seine Formel immer noch, doch mittlerweile habe sich vieles getan, was auch irgendwo auf diese zurückzuführen sei. Studenten und junge Menschen sehe man kaum noch auf den Straßen, die seien alle auf den LAN-Parties. Ganz überraschend habe man dann im letzten Jahr doch viele junge Menschen mit ihren Handys auf der Straße gesehen. Zwar habe keiner etwas mitbekommen von der Umwelt, doch sie waren draußen – um Pokemons zu jagen: „An de frische Luft sinsegsii.“ Auch die „AI“, die „ArtificialIntelligence“, habe er kennengelernt. Unter anderem sehe er die Schatzi-App als hohe Errungenschaft an. Aber: „Eins kamer net digitalisiere – nämlich dass mir Fasnet fiere.“

Einen seltenen Gast in der Bütt konnte Winker mit dem Vorsitzenden der Stadtkapelle, Volker Schwer, begrüßen. Der schilderte gereimt die närrische Musikprobe, von Kappen und einer Schloofkappe. Und er klärte darüber auf, wie die Musiker die Weißnarren an der Fasnet erleben. Rentner Emil bekam von seiner noch arbeitenden Frau Hedwig (Gerda und Werner Dold) genau erklärt, was im Haushalt zu tun ist. Und dass er die Wäsche nach Größe und Farbe aufhängen müsse.

Gemeinsam suchten sie anschließend Bürgermeister-Kandidaten. Regina Kienzler und Daniela Seubel wussten allerlei gereimte Ungereimtheiten vom Schwarzwald-Bike-Marathon zu berichten. Unter anderem beklagten sie eine „gähnende Leere“ bei der 20-Jahr-Feier auf dem Gerwig-Platz. Ein Team hatte sich Metzelsuppe bestellt, aber keine „leichte Sommersuppe“, sondern eine komplette Sau bekommen. Eigentlich, so wussten sie, wollten die Hansele mitradeln, doch sie seien am Bierwagen kleben geblieben, wo sie Unterstützung von Peter Mark erhielten.

Vom Stinken und iisere Magd hatte es einmal mehr Klaus Zandomeni. Neben dem kleinen gelben Notizzettel hatte er diesmal einen ganz normal großen dabei. Mitgebracht hatte er nämlich einige Strophen zu dem Lied „Das bisschen Haushalt“. Er ließ sich musikalisch unterstützen von Franziska Kuner an der Gitarre. Auch bei „Zando“ kamen die Hansele nicht ganz so gut weg. Mit wenigen Übungen fand er abschließend für das nächste Jahr hunderte von Büttenrednern.

„Was wäre die Fasnet ohne die Musik“, fragte danach Christof Winker den „Trump-Sepp us Nußbach“. Und er wollte ihm das Versprechen abringen, die Musiker kostenlos in der Halle auftreten zu lassen – was dem Bürgermeister fürs nächste Jahr leicht fiel – da wird das 150-jährige Bestehen der Stadtkapelle gefeiert. Andrea Klausmann hatte sich diesmal ganz speziell herausgeputzt. Als das ganz alte Spättle, „sell, wo am Narrebrunne sitzt“, habe sie sich eigentlich auf den Umzug des Brunnens gefreut. Und sie habe tolle Vorschläge, wer auf die noch leere Stelle kommen sollte. Beispielsweise Christel Besenfelder, die als erste Frau und dann lange Jahre in der Bütt gestanden habe.

Letztlich war es dann Peter Mark, der mit seinem 35. Auftritt die Elfimess abschloss. Er, der auf einer Wolke vor dem Himmelstor im Jahre 2050 Furtwangen beobachte, stelle fest, es gebe keine Fachhochschule mehr. Die habe Odin Jäger erworben und einen Pferdestall für seine Frau gebaut, auch den Ochsen habe er erworben. Das letzte Lokal, das nicht in seiner Hand sei, werde von der Rosel im „Bad“ geführt, die im Rollator die Gäste bewirte. Für 30-jährige passive Mitgliedschaft wurden Elke Burger, Andrea Riesle und Susanne Steuert-Nagy geehrt, seit 40 Jahren dabei ist Marija Waldvogel.