Bürgermeister Josef Herdner hat die massive Kritik von Ochsen-Wirt Thomas Messerer zurückgewiesen. Die von dem Gastronomen geschilderten Probleme seien zum größten Teil hausgemacht, so der Schultes im Gespräch. Wie berichtet, übte der Ochsen-Pächter Kritik an der Stadtverwaltung, am Bürgermeister und an Gästen. Der Stadt, so der Wirt, fehle es an einem touristischen Konzept und die Gäste hätten teilweise zu hohe Erwartungen an Gastronomie und Personal. Auf die Äußerung von Messerer, Furtwangen sei deshalb ein „Grab für die Gastronomie“, sagte Herdner: „Wenn das hier ein Grab ist, warum gibt es dann einige Betriebe, die gut laufen?“

Herdner wörtlich: „Der Ochsen lief wieder sehr gut, bis der neue Pächter da war“. Zuvor habe er beobachten können, dass Firmen, Handelsvertreter und örtliche Vereine den Gasthof stark frequentierten.

Die Stadt Furtwangen, so der Rathauschef, habe sehr wohl ein touristisches Konzept. „Beim Trödlermarkt und Uhrenmesse sind die Beherbergungsbetriebe in aller Regel mehr als nur zwei Tage belegt. Das Gleiche gelte auch beim Schwarzwald-Bike-Marathon“, so Herdner.

Befremdet zeigt sich Josef Herdner auf die Ankündigung Messerers, die Freifläche vor dem Hotel beim Trödlermarkt nicht mehr zur Verfügung zu stellen. „Die Fläche ist im Besitz der Stadt und wir entscheiden, wie diese genutzt wird“, so Herdner weiter.

Verständnis kann der Bürgermeister ein Stück weit dafür aufbringen, dass die Rahmenbedingungen für die Gastronomie in den vergangenen Jahrzehnten schwieriger geworden sind. Allerdings gebe es Betriebe, die auch mit höheren Auflagen und gesetzlichen Mindestlohn zurechtkommen.

Kein Verständnis hat Herdner allerdings für den anonymen Drohbrief, den Thomas Messerer erhalten habe. „So etwas verurteile ich auf das Schärfste“.