Der Anfang ist gemacht. Die Stadt Furtwangen stellt für die Planung einer Aussegnungshalle 50 000 Euro in den Haushalt 2019 ein – allerdings mit Sperrvermerk. Eigentlich wollte die CDU-Fraktion des Gemeinderats 100 000 Euro im Haushalt sehen. Doch mit der Halbierung gab sich Fraktionssprecher Thomas Riesle letztlich zufrieden, obgleich es im Rat Widerstand gab. Fünf Räte stimmten gegen den Antrag, drei enthielten sich. Mit neun Ja-Stimmen setzte sich die CDU aber durch.

Es gibt Förderer und Gönner

Natürlich sind 50 000 Euro angesichts der grob geschätzten Baukosten von 1,2 Millionen Euro lediglich ein symbolischer Betrag. „Ziel ist es, mit dem Betrag ein Signal für die Bildung eines Fördervereins zu setzen“, sagte Thomas Riesle. Es gebe „Förderer und Gönner“, darunter auch hiesige Fabrikanten.

Noch viele Fragen offen

„Grundsätzlich kann ich das Ganze mittragen“, sagte Bürgermeister Josef Herdner. Er sehe einen Bedarf und auch ein Signal sei sinnvoll. Allerdings seien noch viele Fragen offen. „Wird der Verein die Halle bauen und unterhalten? Oder wird die Stadt planen und bauen?“ Im letzteren Falle könne das Gebäude allerdings ganz anders aussehen, als von der Aktionsgruppe gedacht, „dann wird nach VOB ausgeschrieben und gebaut“. Herdner sprach einen eventuellen Architektenwettbewerb an.

Wie viel bezahlt der Verein?

„Ich möchte Klarheit haben“, sagte Rainer Jung (FWV). „Wer trägt wie viel? 200 000 Euro der Verein, eine Million die Stadt? Dann können wir die Halle vorerst nicht realisieren“. Ulrich Mescheder (UL) meinte, dass er die Initiative gut finde, „wir müssen aber Gespräche führen und prüfen, ob das realisierbar ist“.

Es besteht Bedarf

„Grundsätzlich sind wir uns wohl einig, dass Bedarf besteht“, sagte Franz Sauter (CDU), „wenn wir jetzt aber kein Signal aussenden, wird die Gruppe zerbrechen“. Er betonte aber, dass der Verein wohl keine Million Euro aufbringen könne. „Wir brauchen aber auch von der Arbeitsgruppe Signale, um zu sehen, was wir als Gemeinde zahlen sollen“, erwiderte sein Fraktionskollege Manfred Kühne, der Bedarf sei da und auch die nötige Zustimmung der Bevölkerung.

Aussegnungshalle kein Thema

Dem widersprach Ulrich Hättich (SPD). In seinem Bekanntenkreis sei eine Aussegnungshalle kein Thema. Auch Rainer Jung meinte, dass es auch Einwohner gebe, die keinen Bedarf sehen. Vor allem müsse man die Bürger darauf hinweisen, dass der Bau der Halle auch höhere Friedhofsgebühren zur Folge hätte.

Schließlich schlug Bürgermeister Herdner vor, 50 000 Euro für eine Planung bereit zu stellen, allerdings mit einem Sperrvermerk. Der Rat kann also jederzeit die Summe widerrufen.