Furtwangen – Valentinstag, ein Glückstag für Floristen und die Süßwarenindustrie. Auch das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen denkt an den heiligen Valentinus, dessen Namenstag auf den 14. Februar fällt, mit dem Objekt des Monats Februar unter dem Titel „Will yo be my Valentine?“. Damit ist eine Wanduhr vom Ende des 19. Jahrhunderts verbunden.

Die Uhr ziert ein für heute kitschiges Holzschild, das bunt gemalte Verzierungen, ein Männlein und ein Weiblein und den Spruch „Darf ich es wagen“ trägt – getreu des Geheimen Rates von Goethe: „Mein schönes Fräulein, darf ich wagen, meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen?“.

Das Faust-Zitat regte das Museum zur Frage an, wusste der junge Bursche, wie unglücklich die Geschichte für Gretchen ausging? Einen regelrechten Siegeszug trat der Valentinstag seit Ende des 19. Jahrhunderts an. Er wird nahezu weltweit gefeiert.

Nach Deutschland wurde die Tradition, die von England in die Neue Welt gelangte, von US-amerikanischen Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg gebracht. Man machte seiner Angebeteten Geschenke. Die Sitte fand in der westdeutschen Bundesrepublik immer mehr Verbreitung, eine Sparte, die bald industriell genutzt wurde und heute Millionen in die Kassen scheffelt. Pink ist gefragt, egal ob in England, Südafrika oder Deutschland.

Die Angebote reichen von der Bonboniere, über triviale Mitbringsel bis zum aufwendig-teuren Brillantring. Es steht jedem frei, sich am Konsum zu beteiligen. Auf jeden Fall: Der heilige Valentinus wird landläufig vergessen, obwohl die katholische Kirche seit ungefähr 350 des Märtyrers gedenkt, der in Rom sein Leben gelassen hat. Der „Gesunde oder Starke“ ist Patron der Bienenzüchter. Schon früh gab es Volksbrauchtum und in Angelsachsen zogen ein Mädchen oder ein Jüngling ein Los, und beide wurden damit für ein Jahr „Valentin und Valentine“.

Die Legende berichtet, dass der Heilige zur Zeit des Kaisers Claudius wirkte, wegen seiner Weisheit hochgeachtet war und unerschütterlich zu seinem christlichen Glauben stand. Die römischen Götter waren für ihn Dämonen. Auch die Heilung der erblindeten Tochter eines Richters half ihm nicht, denn der Kaiser ließ den greisen Priester enthaupten.