Eine Woche lang war im Rahmen des Sommerferienprogramms der Stadt Furtwangen ein Zirkus zu Gast in der Stadt. Fünf Tage lang konnten die Kinder im Rahmen des Ferienprogramms mit dem Zirkus Holdrio ein buntes Programm erarbeiten, das dann am Ende den Eltern vorgeführt wurde. Die Vorführung war wichtig auch als Ziel für die Kinder, aber nicht das Hauptziel dieser Veranstaltung.

Denn Mario Schillinger und Raphael Bantle wollen mit dem zirkuspädagogischen Programm den Kindern Möglichkeiten bieten, sich selbst zu verwirklichen und weiterzuentwickeln. Dafür haben sie vor drei Jahren dieses Projekt gegründet und sind seither sowohl in der Region um Berlin als auch im Schwarzwald regelmäßig in Schulen, sozialen Einrichtungen oder auch bei solchen Sommerferienprogrammen wie jetzt in Furtwangen unterwegs.

Eine verblüffende Vorführung: die schwebenden Zauberstäbe.
Eine verblüffende Vorführung: die schwebenden Zauberstäbe. | Bild: Stefan Heimpel

Rund 30 Kinder beteiligten sich an diesem Ferienprogrammpunkt, wobei etwa die Hälfte die ganze Woche über dabei war, die anderen wieder nur an einzelnen Tagen. Beim Finale waren dann aber alle mit von der Partie.

Für die Regisseure Mario und Raphael war dabei diese Veranstaltung in Furtwangen auch eine besondere Herausforderung, wie sie im Gespräch erläuterten. Denn hier hatten sie beim Alter der Teilnehmer von fünf bis zwölf Jahren eine so große Bandbreite wie sonst selten. Aber das Miteinander habe in der Gruppe sehr gut funktioniert.

Gerade die gruppendynamischen Prozesse sind für die beiden von besonderer Bedeutung. Und hier habe man die Ziele erreicht, erläuterte Raphael. So hatten sich manche Kinder bereits vorher gekannt, aber in der Gruppe bildeten sich ganz schnell neue Verbindungen. Auch das Miteinander von jüngeren und älteren Kindern funktionierte reibungslos, vieles wurde gemeinsam erarbeitet und selbst die älteren Kinder konnten manchmal von den jüngeren etwas lernen.

Sicherlich nicht einfach für die jungen Artisten ist es auch, die Teller auf den Stäben tanzen zu lassen.
Sicherlich nicht einfach für die jungen Artisten ist es auch, die Teller auf den Stäben tanzen zu lassen. | Bild: Stefan Heimpel

Ganz wesentlich sollte das Selbstwertgefühl gestärkt werden. Und dies geschah ganz offenkundig, wenn die Kinder eine der manchmal schwierigen Übungen einstudiert und dann auch erfolgreich vorgeführt hatten. Balancieren auf einem großen Gymnastikball gehörte ebenso dazu wie Teller-Akrobatik. „Ich kann etwas Besonderes – ich bin etwas Besonderes“ war daher eine der wesentlichen Erkenntnisse für die teilnehmenden Kinder.

Entsprechend zufrieden genossen sie dann auch den Applaus bei der Aufführung. Eine weitere Erfahrung war Vertrauen und Verantwortung, wenn sich beispielsweise bei der Schlusspyramide in der Vorstellung die Kinder aufeinander verlassen mussten.

Auch Stadtjugendpfleger Dirk Maute zeigte sich begeistert und zufrieden. Alles habe sehr gut funktioniert. Nicht zuletzt lobte er das gute Miteinander mit dem benachbarten Bregtalbad, wo die Kinder jeweils ihr Mittagessen einnahmen. Und die Eltern, Großeltern und Geschwister der jungen Artisten spendeten dann bei der großen Aufführung in der Jahnsporthalle auch entsprechend reichlich Applaus.