Die Baustellen rings um Furtwangen und die dadurch bedingte schlechtere Erreichbarkeit haben Auswirkungen auf den Tourismus. So vermeldet das Deutsche Uhrenmuseum einen Rückgang der Besucherzahlen seit 1. April um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Dies ist sicher auch den Straßensperrungen zuzurechnen“, meint Eva Renz, Pressereferentin des Uhrenmuseums. Das Museum hat sich bemüht, die Auswirkungen der Straßensperrungen in Grenzen zu halten. Deshalb wurde auf der Homepage ein Link geschaltet, der die aktuelle Baustellensituation darstellt. Hier wird der Nutzer auf das Baustellen-Informationssystem Baden-Württemberg geleitet, das nicht nur die einzelnen Baustellen nennt, sondern auch Umleitungsstrecken vorschlägt. Außerdem weist das Museum bei Anfragen gleich auf die Verkehrsproblematik hin, damit die Anreisenden sich darauf einstellen können und böse Überraschungen vermieden werden.

Weniger Zufallsgäste

Im Frühjahr sei das Museum noch „recht zuversichtlich“ gewesen, dass sich die Verkehrsbehinderungen nicht oder nur gering auswirkten, so Renz. Aber dann sei es doch vorgekommen, dass sich Gruppen verspäteten, weil Umleitungen nicht einberechnet waren. Eventuell auch eine Folge mangelnder Kommunikation zwischen Reiseunternehmen und Busfahrer, vermutet Renz. Manche Busfahrer hätten offensichtlich nicht die Info gehabt. Für Ausländer sei womöglich die deutsche Sprache ein Hindernis, um sich im Internet über die Sperrungen zu informieren. Auch die Zufallsgäste seien weniger geworden, verweist Renz auf diejenigen, die auf der Durchfahrt oder spontan das Museum besuchen könnten, gerade aus dem Hochschwarzwald. So seien es allein im Juni etwa 300 Besucher weniger gewesen im Vergleich zum Vorjahr.

Kein Museumswetter

Eine Rolle könnte auch das anhaltend sommerlich heiße Wetter sein. Das sei „kein Museumswetter“, so Renz. „Da gehen die Leute lieber wandern oder ins Freibad.“ Ideales Museumswetter hingegen sei ein Wettermix aus Regen und sonnigen Tagen. Bei anhaltendem Regen würden Kurzurlauber eventuell wieder abreisen und Tagesgäste gar nicht erst kommen.

Das Uhrenmuseum hat noch mit einem anderen Trend zu kämpfen: der zurückgehenden Aufenthaltsdauer. Wenn Touristen früher des Öfteren noch eine Woche oder länger im Schwarzwald weilten, gebe es zunehmend Kurzurlauber für wenige Tage. Da konzentriere sich das Besuchsprogramm auf besondere Höhepunkte der Region, merkt der Direktor des Uhrenmuseums, Eduard Saluz, an. Wobei das Deutsche Uhrenmuseum für den üblichen Touristen nicht an erster Stelle stehe. Das merke das Museum über die Jahre hinweg. Wenn es 1992 noch rund 100 000 Besucher gewesen seien, habe sich die Zahl mittlerweile auf rund 42 000 Besucher im vergangenen Jahr reduziert.

Dabei komme das Museumskonzept gut an, betont Saluz. Wenn die Besucher erst mal den Weg ins Museum gemacht hätten, seien sie „begeistert“ vom Angebot und der Präsentation.

B 500 ab September frei

Eva Renz hofft nun, dass die vielen Baustellen bald ein Ende haben und der Verkehr nach Furtwangen wieder leichter fließt. Für die Vollsperrung an der B 500 spricht das Regierungspräsidium von einem geplanten Abschluss Anfang September. Hinzu kommen Umleitungen wegen des Baus des Kreisverkehrs am Kussenhof in Furtwangen und die Fahrbahnsanierung der L 172 in Eisenbach, nennt Renz einige weitere Baustellen.

Eine gute Nachricht zum Schluss: Die Dauerbaustelle in Vöhrenbach in der Villinger Straße soll demnächst ein Ende haben: Ab Samstag, 10 Uhr, soll die Strecke für den öffentlichen Verkehr wieder freigegeben werden, so die Stadtverwaltung.