Der geplante Sagenweg wird nächstes Jahr nicht angegangen – der Gemeinderat legte das Projekt in seiner jüngsten Sitzung vorerst auf Eis. Der vom örtlichen Künstler Jochen Scherzinger entworfene und beworbene Sagenweg hatte bei der letzten Sitzung innerhalb des Gemeinderats für eine Spaltung gesorgt. Die Abstimmung darüber hatte man deshalb vertagt.

„Sagenweg, sagenhaft“

Nach der Vorstellung des Haushaltsplans für 2020 kamen erneut kritische Einwände gegen das Tourismusprojekt – denn dieses war mit 26  000 Euro Eigenanteil in den Haushaltsplan einberechnet. „Sagenweg, sagenhaft“, meinte Gemeinderat Lorenz Wiehl und monierte: „Wir werden sicherlich deutlich über die 26  000 Euro kommen.“ Schließlich seien da noch weitere Kosten, etwa die Sozialabgaben an den Künstler oder auch Kosten für das geplante Buch, die bisher noch nicht absehbar seien. Man könne es auch streichen, entgegnete Lisa Wolber. „Aber ich habe es reingemacht, weil ich finde, dass wir etwas machen müssen“, so die Bürgermeisterin.

Eigenanteil von 26 000 Euro?

Schon bei der vergangenen Sitzung hatte Wolber betont, dass Gütenbach ein touristisches Alleinstellungsmerkmal brauche – und stand voll hinter dem Sagenweg. Sie erklärte nun aber auch: „Ich bin mit dem Projekt nicht verheiratet, vielleicht machen wir auch etwas anderes, aber ich würde es mal drinlassen.“ Auch sei sie immer noch dabei, sich zu informieren und die anfallenden Kosten zu berechnen.

Etwas für den Tourismus tun

Gemeinderat Jörg Markon stellte die Frage in den Raum, ob man das Geld theoretisch auch für andere Zwecke nutzen könnte oder ob es zweckgebunden sei. Die Antwort der Bürgermeisterin: Es müsste in den Bereich „Tourismus“ fließen.

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„Wir brauchen uns da nichts vorzumachen“

„Ich habe mich ja schon einmal geoutet und gesagt, dass ich gar nicht gegen das Projekt bin“, brachte sich Gemeinderat Sebastian Weiss ein: „Doch denke ich nicht, dass irgendjemand an diesem Tisch glaubt, dass wir das nächstes Jahr angehen werden – daher würde ich es rausnehmen.“ Angesichts der Mehrzweckhallensanierung stehe im folgenden Jahr genug im Ort an. „Ganz ehrlich: Wir brauchen uns da nichts vorzumachen“, befand Weiss.

Schweren Herzens angeschlossen

Manuel Scherzinger stimmte ihm zu. Auch Lorenz Wiehl schloss sich „schweren Herzens“ an und befürchtete: „Die Bevölkerung würde uns für verrückt erklären.“

Rückmeldungen nicht allzu positiv

Das Feedback aus der Bevölkerung sei bisher nicht allzu positiv gewesen. Und erst einmal sollte man auch in die Schule investieren, etwa in den Umbau des Physiksaals – das seien Investitionen für die Zukunft, so Wiehl.

Klares Nein mit sieben zu einer Stimme

Bürgermeisterin Lisa Wolber fügte sich und leitete eine Abstimmung ein. Sieben Stimmen waren für die Streichung des Eigenanteils aus dem Haushaltsplan, eine dagegen. Das reichte, um den Sagenweg vorerst stillzulegen.