Ausnahmsweise war es mal wieder zu kühl: Der Mai war in nunmehr 14 Monaten erst der zweite Monat, der kälter war als normal. Die Niederschläge und die Sonne lagen im Mai nahe beim langjährigen Mittelwert.

Seit April 2018 ist es fast schon zur Regelmäßigkeit geworden, dass die Monate zu warm sind. Nur der Januar hatte eine Ausnahme gemacht – und nun auch der Mai. Mit einer Mitteltemperatur von 7,5 Grad an der Wetterstation auf dem Kussenhof war der Monat in Furtwangen um 1,8 Grad zu kühl. Kälter war der Mai zuletzt im Jahr 2013 gewesen.

Andererseits könnte man auch sagen: Es war ein Mai, fast wie in den 80er Jahren. Damals lag der Mittelwert für diesen Monat in Furtwangen noch bei 8,1 Grad, zwei Jahrzehnte später kam der Mai im Mittel bereits auf 10,4 Grad. Im aktuellen Jahrzehnt erreichte der Mai einen Durchschnittswert von 9,4 Grad.

Frost nicht ungewöhnlich

Mit minus 4 Grad wurde am 6. Mai der Tiefstwert des Monats gemessen. Ungewöhnlich sind solche Frostwerte um diese Jahreszeit in Furtwangen nicht, der tiefste Maiwert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1979 wurde sogar mit minus 6,5 Grad ermittelt. Sehr mäßig blieb in diesem Jahr der Monatshöchstwert: Am 22. und ebenso am 31. Mai wurden Mittagswerte von 19,5 Grad registriert. Der Rekordwert früherer Jahre lag um diese Jahreszeit bei 27,5 Grad.

Vor 40 Jahren 19 Zentimeter Schnee

Mit dem Kälteeinbruch in der ersten Maiwoche hatte es sogar noch mal etwas Schnee gegeben: Am 4. Mai wurden auf dem Kussenhof vier Zentimeter gemessen. Solche Schneemengen im Mai sind zwar nicht grundsätzlich ungewöhnlich, in den mittleren Schwarzwaldlagen aber sie sind inzwischen selten geworden. Zuletzt 2012 gab es im Mai eine solche Schneedecke. Allerdings waren auf den Tag genau 40 Jahre zuvor, am 4. Mai 1979, sogar 19 Zentimeter verzeichnet worden.

Die Niederschläge beliefen sich im zurückliegenden Mai auf 156 Liter pro Quadratmeter und lagen damit wenige Prozent über dem langjährigen Durchschnittswert von 150 Litern. Mit 40,5 Litern pro Quadratmeter war der 20. Mai der regenreichste Tag des Monats. Und auch der Folgetag brachte mit 32,6 Litern noch ganz ansehnliche Mengen Wasser für die Quellen der Region.

Die Sonneneinstrahlung blieb im gesamten Monat unterdessen mit rund 140 Kilowattstunden pro Quadratmeter um einige Prozent unter dem langjährigen Mittelwert.

Zeit für eine Bilanz

Mit dem Juni hat nun nach Definition der Meteorologen der Sommer begonnen. Zeit also für eine Wetterbilanz des Frühjahrs: Mit einer Durchschnittstemperatur von 5,3 Grad war das Frühjahr 2019 um 0,2 Grad zu warm, aber damit gleichwohl das kälteste Frühjahr seit 2013. In der Vergangenheit war der Frühling mitunter noch deutlich kälter, 1984 erreichte mit 2,1 Grad den niedrigsten Wert. Am wärmsten war das Frühjahr 2003 mit 7,6 Grad.

Die Niederschläge summierten sich in den vergangenen drei Monaten auf 493 Liter pro Quadratmeter und lagen damit um 16 Prozent über dem Normalwert. Die Sonneneinstrahlung entsprach im Frühling in der Summe ziemlich genau dem statistischen Erwartungswert.

Auf den bisherigen Jahresverlauf bezogen, stellt sich 2019 aktuell wie folgt dar: Temperaturen um 0,5 Grad im Plus, Niederschläge durchschnittlich, Sonne mit minimalem Überschuss.