Mit dem Dorfgemeinschaftshaus in Rohrbach geht es kräftig voran. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates wurden drei Gewerke vergeben. Allerdings gab es auch Kritik aus dem Gemeinderat, weil sich die Kostenschätzung teilweise wesentlich von den tatsächlichen Kosten unterscheidet.

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Vergeben wurde die Ausführung der Wärmeversorgungsanlage. Auf Anfrage aus dem Gemeinderat wurde erläutert, dass man einen regenerativen Anteil von 100 Prozent habe, denn es werde eine Pellets-Heizung installiert. Für das Wasser dagegen verwendet man dezentrale Durchlauferhitzer, was bei dem geringen Warmwasserbedarf wesentlich günstiger sei. Bei dieser Vergabe gab es eine Besonderheit: Der Beschlussvorschlag der Verwaltung sah vor, den Auftrag an den günstigsten Anbieter mit 78 000 Euro Gesamtkosten zu vergeben. Auch die rechnerische Überprüfung des Angebots sei korrekt gewesen. Doch bei der technischen Prüfung habe sich gezeigt, dass durch andere Bauteile mit größeren Abmessungen der kleine Heizraum so stark eingeengt werde, dass eine Wartung kaum noch möglich sei.

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Vor allem aber war in dem Angebot ein Pufferspeicher mit 800 Litern statt wie gefordert 1600 Liter enthalten. Nach Rücksprache auch mit der Rechtsberatung der Stadtverwaltung musste nun im letzten Moment dieses Angebot ausgeschlossen werden, weil es nicht den Anforderungen der Ausschreibung entsprach. Der Auftrag ging dann an die Firma Georg Kaiser in Rohrbach, die mit 80 330 Euro nur rund zwei Prozent darüber lag. Bei diesem Gewerk wurde gegenüber der Kostenschätzung bei den Planungen 2016 deutlich gespart, diese lagen bei 102 000 Euro.

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Ganz anders die Situation beim zweiten Gewerk, der Ausführung der Abwasser-, Wasser- und Gasanlagen an die Firma Jaskulla in Furtwangen. Die Vergabesumme lag bei 73 244 Euro. Die Kostenermittlung von 2016 hatte allerdings nur mit einer Summe von 20 230 Euro gerechnet. 2017 war durch die jährlichen Kostensteigerungen und vor allem durch weitere Bauteile die Schätzung bereits auf 42 840 Euro angestiegen. Im weiteren Verlauf wurden nochmals verschiedene Bauteile als notwendig erachtet, die den Preis weiter nach oben trieben. Allerdings lag die Vergabesumme dann doch unter der Kostenschätzung des Planungsbüros bei der Ausschreibung mit 77 500 Euro. Darin enthalten sind aber schon ursprünglich nicht vorgesehene Baumaßnahmen im Bereich des Kindergartens, an denen sich auch die Kirche beteiligen wird.

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Dabei kritisierte Ingo Hermann (FWV) die erste Kostenschätzung, die beim Ergebnis um rund 300 Prozent übertroffen worden sei. Hier stelle sich die Frage, was eine solche Schätzung noch für einen Sinn habe. Die Elektroarbeiten schließlich wurden an die EGT Gebäudetechnik in Triberg vergeben für 150 915 Euro. Auch hier lagen die ursprünglichen Kostenschätzungen 2016 mit 44 500 und im Jahr 2017 mit 45 100 Euro wesentlich unter dem tatsächlichen Betrag.

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Thomas Riesle (CDU) forderte, dass man den Gemeinderat künftig zwischenzeitlich informieren sollte, wenn sich deutliche Änderungen bei den Kosten zeigen sollten. Auch Bernhard Braun (SPD) hatte kein Verständnis für die riesige Differenz von 45 000 Euro in der Schätzung 2016 zur tatsächlichen Summe von 150 000 Euro. Hier musste allerdings das Planungsbüro interne Fehler bei der erste Berechnung einräumen.