Aktuell beschäftigen sich viele Forscher damit, wie die modernen Technologien und Medien unseren Alltag zukünftig beeinflussen könnten. Dabei geht es oftmals darum, dem Einzelnen das Leben zu erleichtern – Stichwort Smart Home oder selbstfahrende Autos – oder die Sicherheit zu erhöhen. In diesem Zusammenhang wird auch viel über die Stadt der Zukunft gesprochen. Der Begriff „Smart City“ wird gebraucht, wenn es um technologiebasierte Veränderungen innerhalb von Ballungsgebieten geht.

An der Fakultät Digitale Medien (DM) der Hochschule Furtwangen (HFU) arbeitet eine Forschungsgruppe von Master-Studierenden um Matthias Wölfel aktuell daran, einen für alle Einwohner nutzbaren Mehrwert zu entwickeln. Ihre Idee: Eine wirklich intelligente Straßenbeleuchtung, die auf der bereits vorhandenen Infrastruktur aufbaut und keine zusätzlichen persönlichen Geräte benötigt. In der bestehenden Straßenbeleuchtung müssten lediglich die Lampenköpfe durch moderne Beamerlampen und Sensoren ausgetauscht werden. Diese könnten dann zum Beispiel Gefahrenbereiche wie Glatteis durch das Projizieren entsprechender Hinweise hervorheben. Auch bei plötzlich auftauchenden Gefahren, wie Kinder, die beim Spielen auf die Straße rennen, könnten Autofahrer durch entsprechende Hinweise rechtzeitig vorgewarnt werden.

Eine andere Anwendung könnte den Schulweg zum Kinderspiel machen: Interaktive Spiele, die auf den Gehweg projiziert werden, motivieren die Kinder, auf dem Gehweg zu bleiben und sich auf ihre Umgebung zu konzentrieren, anstatt sich mittels Smartphone oder MP3-Player abzuschotten und so Gefahrenquellen nicht oder zu spät zu erkennen.

Ein ganz anderer Ansatz ist das bewusste Lenken von Fußgängern hin zu bestimmten, zum Beispiel weniger gefährlichen Straßen oder Gegenden, beziehungsweise nach Großveranstaltungen hin zu Parkplätzen und Bahnhöfen. Durch situationsabhängige Anpassung der Lichtfarbe in der Straßenbeleuchtung werden Fußgänger motiviert, eine bestimmte Route zu nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Auch in Gefahrenbereichen könnte durch die Nutzung eines wärmeren Lichts das Aggressionspotenzial reduziert werden. Laut Hochschule werden derzeit Gespräche mit möglichen Partnern geführt, um ein Testgelände zu entwickeln.