Seit Dienstag haben im Land Schulen und Kindergärten geschlossen, gleichzeitig wurde für ganz besondere Fälle eine Notfallbetreuung für die Kinder ins Leben gerufen, die aber im oberen Bregtal aktuell kaum benötigt wird.

Üblicherweise sind die Eltern gefordert

Vor allem für berufstätige Eltern stellt sich die Frage: Was tun, wenn die Kinder zu Hause bleiben? Im Normalfall sind hier nun die Eltern gefordert, selbst eine Lösung zu finden und bei Bedarf beispielsweise von der Arbeit zu Hause zu bleiben, um die Kinder zu betreuen.

Anspruch nur für bestimmte Berufsgruppen

Bestimmte Berufsgruppen haben laut Kultusministerin Susanne Eisenmann allerdings Anspruch auf eine Notfallbetreuung. Dies gilt, wenn beide Elternteile zur Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur benötigt werden. Dazu zählen unter anderem Polizei, Feuerwehr, medizinischer und pflegerischer Bereich, Lebensmittelproduktion oder Energie- und Wasserversorgung.

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Diese Notfallversorgung kann allerdings nur dann in Anspruch genommen werden, wenn beide Elternteile oder alternativ auch ein alleinerziehendes Elternteil in solchen Berufen arbeiten.

Häufig helfen Nachbarn oder Verwandte

Von den Schulen und Kindergärten wurden die Eltern, auch im oberen Bregtal, über diese Möglichkeit informiert. Doch häufig fanden sich dann auch noch weitere Möglichkeiten mit Nachbarn und Verwandtschaft.

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Lieber nicht ganz allein in Betreuung

Beispielsweise gab es an der Friedrichschule ein Kind, das Anspruch auf eine Betreuung gehabt hätte, aber dann ganz alleine gewesen wäre. Daher haben die Eltern nach einer anderen Möglichkeit gesucht.

Weiteres Beispiel in Hammereisenbach

Oder in Hammereisenbach, wo eine betroffene Familie für diese Woche noch eine andere Möglichkeit gefunden hat, möglicherweise aber dann in der kommenden Woche die Notfallbetreuung in Anspruch nehmen muss.

Bislang keine Betreuungsfälle in Vöhrenbach und Gütenbach

Aktuell werden allerdings weder in Gütenbach noch in Vöhrenbach – sowohl in den Kindergärten als auch in den Schulen – Kinder betreut.

In Furtwangen aktuell keine Schule betroffen

Und auch in Furtwangen besteht aktuell an keiner Schule ein solcher Betreuungsbedarf. Lediglich im Kindergarten Maria Goretti sind es vier Kinder, im Kinderhaus ein Kind, die betreut werden müssen.

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Familien aus den Bereichen Medizin, Pflege und Lebensmittelproduktion

Wie Einrichtungsleiterin Silvia Fürderer vom Familienzentrum erläuterte, sind es vier Familien aus dem medizinischen und pflegerischen Bereich und eine Familie aus dem Bereich der Lebensmittelproduktion.

Fünf Kinder werden gemeinsam betreut

Betreut werden die fünf Kinder gemeinsam im Kindergarten von einer Erzieherin aus dem Kinderhaus und zwei Erzieherinnen aus dem Kindergarten. Dabei ist Silvia Fürderer sehr zufrieden, dass es keinerlei Probleme bedeutet habe, Mitarbeiter für die Betreuung zu gewinnen.

Silvia Fürderer leitet das katholische Familienzentrum in Furtwangen.
Silvia Fürderer leitet das katholische Familienzentrum in Furtwangen. | Bild: Archiv

Ganz bewusst wurden Mitarbeiter, die aus verschiedenen Gründen zu einer Risikogruppe gehören, gar nicht mit einbezogen.

Dabei sind die Mitarbeiter auch weiter in den Kindergärten und im Kinderhaus aktiv. Es sind verschiedene Reinigungsarbeiten und Büroarbeiten, die nun vorgenommen werden, und manches kann auch im Homeoffice geregelt werden.

Froh über das Verständnis der Eltern

Genauso froh ist Silvia Fürderer aber auch über das Verständnis von Seiten der insgesamt 280 Eltern der verschiedenen Furtwanger Einrichtungen. Lediglich zwei Familien hätten eine Ausnahmeregelung gefordert.

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Beispielsweise war eine Mutter im Pflegebereich tätig, der Ehemann und Vater aber sah sich nicht in der Lage, von der Arbeit zu Hause zu bleiben und das Kind zu betreuen. Dabei hatte Silvia Fürderer durch die klaren Vorgaben des Landes aber gar keine andere Wahl, als diese Wünsche trotz aller Proteste abzulehnen.

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Aber alle anderen Eltern hätten sehr viel Verständnis gezeigt. „Ich bin dankbar und froh, dass die Eltern in dieser schwierigen Situation die Lage verstehen und die Situation akzeptieren“, sagt Silvia Fürderer. Immer wieder hätten Eltern ihr gesagt: „Wir verstehen das! Denn wir kennen Dich, Du machst immer alles möglich, wenn es nur irgendwie geht.“

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