Seit langer Zeit stellt das Deutsche Uhrenmuseum monatlich ein besonderes Objekt vor. Für den Februar ist es ein Himmelsglobus mit Uhrwerk. Es stammt vom Lörracher Uhrmacher und Uhrenfachmann Johann Hügin, entstanden um 1980.

Wow – denkt der Besucher, wenn er in die obere Etage des Museums kommt, denn da strahlt ihn gold-glänzend die ausgewählte Inventarnummer 2006-64 an. Doch, es ist nicht alles Gold, was da glänzt. Was zu sehen ist, ist eine Replik eines Kunstwerkes, das vor rund 450 Jahren entstand. Da setzt wieder das Prinzip des Museums ein, das Objekt im historischen Umfeld zu sehen. Der Besucher soll nach- und mitdenken und sich mit der Materie beschäftigen.

Daher geht es um Beziehung zu einer Zeit, die mit Namen wie Kopernikus, Landgraf Wilhelm IV von Hessen-Kassel, Jost Bürgi und Rudolf II. von Österreich verbunden ist. Sie alle beschäftigten sich mit den Gestirnen und waren passionierte Wissenschaftler. Der Schöpfer des ursprünglichen Werkes war Jost Bürgi (1552 bis 1632), der aus dem Toggenburgischen Lichtensteig stammte. Er war Uhrmacher, Mathematiker und Hofastronom am Fürstenhof zu Hessen-Kassel. Er entdeckte die Logarithmen, schuf den ersten Sekundenzeiger und fertigte Kosmos-Modelle wie das ausgestellte Objekt. In Prag, wo er am Kaiserhof beschäftigt war, arbeitete er mit Johannes Kepler zusammen.

Ein der Welt aufgeschlossener Fürst war Landgraf Wilhelm IV. von Hessen-Kassel, der 1560 die erste mitteleuropäische Sternwarte bauen ließ, ein begeisterter Astronom, Förderer der Wissenschaft war und sich für die Umsetzung der kopernikanischen Theorie einsetzte. Sein Motto schien zu sein: „Zwar weiß ich viel – doch möcht' ich alles wissen“. Wie er war auch der damalige Kaiser Rudolf (1552 bis 1616) ein Gönner von Kunst und Wissenschaft. Er hatte zahlreiche Kontakte, so zu dem bedeutenden dänischen Astronomen Tycho Brahe sowie zu dem Hofmathematiker und Leiter der kaiserlichen Sternwarte, Johannes Kepler.

Der ausgestellte Himmelsglobus (Globus coelestis) zeigt drei Delfine, die als Füße einen Tierkreiszeichen-Kranz tragen, der die Himmelskugel umgibt. Die Tier-Symbole sind in kleinen Figürchen dargestellt. In der oberen Hälfte ist eine Uhr zu erkennen, dünne Metallringe zeigen Umlaufbahnen der Gestirne und auf der Kugel sind die verschiedenen Sternbilder zu sehen. Man darf auf die Suche nach Orion, Perseus, Drache oder Lupus und andere gehen. Auch wenn eingeräumt wird, dass das Exponat nicht an die Originale eines Bürgi heranreicht, ist der Himmelsglobus sehenswert.

Das Museum

Das Deutsche Uhrenmuseum ist das ganze Jahr täglich geöffnet. Von 9 bis 18 Uhr können die reichhaltigen Sammlungen in der Zeit von April bis Oktober besichtigt werden. Von 10 bis 17 Uhr ist in den Monaten November bis März geöffnet. Der Eintritt beträgt sechs Euro. Es gibt Ermäßigungen und es werden Führungen angeboten.

Infos im Internet: www.deutsches-uhrenmuseum.de