Einmal mehr volles Haus hatte die Furtwanger Kulturfabrik vergangene Woche: Zu Gast war der Musikkabarettist Christof Spörk. Der Leiter der Kulturfabrik, Jacques Barthillat, freute sich über die Resonanz und dankte der Volksbank als Sponsor für die regelmäßige Unterstützung. Der Volksbank verdanke man auch den kleinen Luxus eines Umbaus, bei dem die Bestuhlung im hinteren Teil des Saales erneuert und verbessert werden konnte.

Einmal quer durchs Leben

Der Titel „Christof Spörk goes Kuba“ ließ eine Reise nach Kuba vermuten, doch Kuba mit all seinen Eigenheiten war nur der Rahmen, um auch über das Leben in Europa, besonders natürlich in Deutschland und Österreich, wo Christoph Spörk herkommt, zu spotten. Angeregt zu diesem Aufhänger wurde er ganz konkret durch seine aus Kuba stammende Ehefrau. Und mit der Familie ging es dann auch gleich los, denn seine Kinder hätten das Aussehen von Flüchtlingen, was einmal schlecht sei, an anderen Stellen, wie in der Schule, bei den Lehrern als Gutmenschen aber auch von Vorteil sein könne. Als studierter Politikwissenschaftler falle es ihm natürlich auch nicht schwer, im aktuellen Zeitgeschehen immer wieder Punkte zu finden, bei denen sich näheres Hinschauen und satirische Kritik lohne.

Wie die Alpen ohne Berge

Aber auch das konkrete Umfeld war für ihn ein Thema: So sei Furtwangen in Hinterösterreich eine Landschaft wie die Alpen, nur ohne Berge. Und immer wieder kam die Musik zum Tragen. Besonders gelungen war dies mit der steirischen Harmonika, denn hier war Christof Spörk ziemlich ungebunden und konnte auf der Bühne sehr lebhaft agieren und seine Musik beispielsweise über den idealen Ehemann aus China auch mit entsprechender Mimik und Grimassen unterstreichen. Besonders rasant war auch der Konjunktiv-Jodler: „Hätt i“ (Hätte ich…). Dabei konnte Christoph Spörk den Zuschauern auch leidtun, denn er hatte, scheinbar von seiner Leberkäs-Semmel, furchtbares Bauchweh, das ihn den ganzen Abend beschäftigte.

Autos wie Kirchen: groß und leer

Andere Themen waren die Tramper, die es in Kuba noch immer gebe, aber nicht mehr in Deutschland. Hier seien die Autos wie die Kirchen, groß und leer. Ein weiteres gesellschaftliches Problem sei die große Generation der Erben, die mit der Langlebigkeit ihrer Vorfahren zu kämpfen habe. Besonders ausdrucksstark war seine Darstellung der „modernen Autos mit den Raubkatzenaugen“.

Während er sonst immer wieder in die Tasten seines E-Pianos griff, gab es zur Zugabe eine Beat-Box-Nummer mit Klarinette, bevor er am Ende die Zuhörer im Saal bat: „Gema ham!“. Das Publikum war begeistert von der sehr lebhaften und ausdrucksstarken Darstellung, was auch der lang anhaltende Applaus bewies.

Am Ende des Abends lud Jacques Barthillat die Besucher auch gleich zur nächsten Vorstellung der Kulturfabrik ein: Am 10. Mai ist „Fee Badenius und Band“ mit „Federleicht“ zu Gast.