Furtwangen – Das WM-Fieber ergreift auch das Deutsche Uhrenmuseum. Die wissenschaftliche Voluntärin Isabelle Zink zeigt in einer Mini-Ausstellung im Foyer drei Exemplare aus dem Kuriosenkabinett.

Das „Wunder von Bern“ ist für viele Deutsche immer noch ein Synonym für Fußballsport, Siegeserfahrung und Nationalgefühl. Legendär klingen den meisten immer noch die legendären Rufe des Sportreporters Herbert Zimmermann in den Ohren: „Aus, aus, aus. Aus! Das Spiel ist aus. Deutschland ist Weltmeister!“ Ein Schonacher Uhrmacher fertigte bereits 1950 eine Pendel-Wanduhr mit einem stilisierten Fußball als Ziffernblatt. Darüber thront ein Tor, in dem ein spannungsgeladener Keeper steht. Zwei Stürmer versuchen, das Runde ins Eckige zu schießen. Angedeutetes Eichenlaub ist das Zeichen für den Sieg.

Deutschland ein Fußball-Land? Ja – aber nicht immer. 1875 gab es ein erstes Spiel im deutschen Kaiserreich. Die Zahl der Befürworter der Sportart wuchs, aber die Turnvereine wandten sich mit „Fußlümmelei“ und „englischer Krankheit“ dagegen. Der Kulturphilosoph Karl Planck sprach sogar von der Erniedrigung des Menschen zum Affen. Zu diesem Themenkreis wird eine Tischuhr mit Fußballspielern (Frankreich/um 1910) gezeigt. Ein jüngeres Produkt stammt aus dem Taiwan der 1980-er Jahre – der Quarz-Wecker Fernsehgerät, der mit einem Jubelschrei weckt.