Eine Büchergondel hat die Bürgerstiftung Furtwangen schon seit einigen Tagen beim Sängerbrunnen am Rathaus durch Mitarbeiter des Bauhofs aufstellen lassen. Jetzt wurde diese besondere Gondel offiziell der Bevölkerung übergeben.

Ursprünglich war die Bürgerstiftung auf der Suche nach einer alten Telefonzelle für die Bücher, die Beschaffung stellte sich aber als relativ teuer heraus. Als man sich nach einer Alternative umschaute, wurde der Stiftung von der Firma Ketterer Getriebe eine ausrangierte Seilbahn-Gondel angeboten. Das Angebot dieses Hinguckers habe die Stiftung gerne angenommen. Dann begann die Standortsuche, bei der die Stadt wertvolle Hilfe leistete. Für die notwendigen Ergänzungen wie Griffe und den Innenausbau mit dem Bücherregal wurde die Firma Ganter Griff gewonnen.

Ergänzung statt Konkurrenz

Die Bürgerstiftung sieht in der Büchergondel keine Konkurrenz zu dem örtlichen Buchhandel oder den Büchereien, lediglich eine Ergänzung. Sie soll dauerhaft in Furtwangen stehen und ist kostenlos nutzbar.

Wer möchte, kann sich in der Büchergondel ein oder mehrere Bücher holen, kann sie behalten, aber nach der Lektüre auch wieder zurückbringen. Für die Bestückung der Büchergondel sorgt ausschließlich die Bürgerstiftung, für Nachschub ist bis weit in das nächste Jahr hinein gesorgt. „Deshalb bitte keine Bücher in der Gondel abstellen!“, betont der Vorstand der Bürgerstiftung. Wer Bücher aus seinem Bestand abgeben möchte, kann das der Bürgerstiftung per E-Mail unter buechergondel@buergerstiftung-furtwangen.de mitteilen. Außer Klassikern sollten nur aktuelle Bücher aufgenommen werden.

"Es gibt bittere Armut"

Die Bürgerstiftung, die sich sozial engagiert, bleibt häufig im Hintergrund. Ihre Aktionen zum Wohle hilfsbedürftiger Personen geschehen im Stillen, um diesen Personenkreis zu schützen, erklärt der Vorstandsvorsitzende Fritz Funke. Deshalb sei die Büchergondel eine willkommene Gelegenheit, im öffentlichen Raum auf die Bürgerstiftung hinzuweisen. Wie notwendig das Engagement der Stiftung sei, betont Funke mit den Worten, in Furtwangen gebe es auch „bittere Armut“.

Die Vertreterin der Stadtverwaltung, Stadtmarketingleiterin Christine Dorer, freute sich über das neuerliche Engagement der Bürgerstiftung in Form der Büchergondel. Sie wünscht sich einen regen Gebrauch des neuen Angebots und lud die Bevölkerung ein, in der Gondel Platz zu nehmen und zu schmökern.