Furtwangen – Nach coronabedingter Pause im vergangenen Jahr fand in Furtwangens Mitte nun wieder der Sommermarkt statt. Die vielen Markthändler boten am Mittwoch allerlei Waren, aber auch Kulinarisches an. Auf die Einhaltung der Hygieneregeln wurde geachtet.

„Ich finde gut, dass wieder Veranstaltungen sind. Irgendwann muss man mal wieder anfangen. Und die Zahlen lassen es zu“, deutet Florian Klausmann, Vorsitzender des VdU (Verein der Unternehmer und freien Berufe in Furtwangen und Gütenbach), auf die aktuell niedrigen Inzidenzzahlen hin. Und weiter: „Ich finde solche Veranstaltungen unter freiem Himmel zehn mal besser als das, was in den vergangenen Monaten in vielen Supermärkten abgegangen ist, wo sich die Leute auf den Füßen rumgestanden sind.“ Außerdem würden in den Supermärkten, nach seiner Erfahrung und was er so von anderen Leuten höre, die Hygieneregeln nicht konsequent eingehalten oder kontrolliert.

„Das macht einen sauer. Man selber achtet auf die Einhaltung der Regeln, möchte, dass es vorwärts geht, und dort kontrolliert keiner.“

Das gehe seinen Einzelhandelskollegen und auch der Kundschaft zum Teil „mächtig gegen den Strich“, weiß Klausmann zu berichten. Einzelhandel, Gastronomie und Hotellerie würden bei sich sehr darauf schauen, dass die Hygiene- und Abstandsregeln umgesetzt werden. Trotzdem seien sie von den vergangenen Lockdowns in besonderer Weise betroffen gewesen. Obwohl Untersuchungen belegten, dass die Gefahr einer Ansteckung mit dem Corona-Virus in diesen drei Sparten sehr gering sei. „Wir können das steuern und bei Bedarf auch nur einen Kunden pro halbe Stunde reinlassen.“

Die Einhaltung und Kontrolle der Hygieneregeln erwartet Klausmann aber auch im Rahmen des Sommermarkts in Furtwangen. Die Stadt hatte in ihrer Einladung zu dem Markt die Besucher „zum eigenen Schutz und zum Schutz der Mitmenschen um Einhaltung der bestehenden Abstands- und Hygieneregeln“ gebeten. An den Ständen bestehe Maskenpflicht.

Marktmeister Hermann Fengler achtet beim Sommermarkt in Furtwangen auf die Einhaltung der Abstandsregeln.  Bild: Stadtverwaltung
Marktmeister Hermann Fengler achtet beim Sommermarkt in Furtwangen auf die Einhaltung der Abstandsregeln. Bild: Stadtverwaltung | Bild: Stadtverwaltung

Seitens der Stadt kontrollierte Marktmeister und Vollzugsbeamter Hermann Fengler die Einhaltung der Vorgaben. Wenn Abstände zu gering waren, habe er die Leute darauf angesprochen, die „sehr offen und verständig“ reagierten. Bereits an den Eingängen zum Markt wurde auf Plakaten auf die „Aha“-Regeln hingewiesen.

Auch die Markthändler seien von der Stadt darauf hingewiesen worden, im Fall dass sich vor ihrem Stand eine Menschentraube bilde, dem Abhilfe zu schaffen. Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Markthändlern klappe sehr gut, so der Marktmeister.

Rund 50 Händler waren beim Sommermarkt mit von der Partie und hatten ihre Stände im Bereich Marktplatz, Gerwig- und Friedrichstraße aufgebaut. Es sei ein lebhaftes Kommen und Gehen gewesen, meint Fengler zur Besucherfrequenz. Er stellte keinen großen Unterschied zu den bisherigen Märkten fest.

Was er so an Stimmen hörte, seien alle froh darüber, dass in Furtwangen wieder Leben ist, endlich wieder was los ist. Und passend dazu war dann auch noch schönes Wetter.

In Deutschland steigen die Inzidenzwerte wieder leicht. Manche warnen vor einer vierten Welle im Herbst angesichts der sich ausbreitenden Delta-Variante. VdU-Vorsitzender Florian Klausmann hofft, dass es nicht zu einem weiteren Lockdown kommt. Das würden viele Betriebe nicht mehr schaffen, gibt Klausmann den Tenor von Einzelhändlern wieder, denen er beim Besuch einer Fachmesse für Schuh- und Sportartikelverkäufer begegnete. Er habe während dieser Messe in einem Hotel übernachtet und er wisse, dass die Chefin des Hotels dort ihre Lebensversicherung aufgelöst habe, um mit dem Geld ihren Betrieb am Laufen halten zu können.