Auch in diesem Jahr fand wieder bei der Furtwanger Fatimakapelle der römisch-katholische Festgottesdienst zum Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel (Mariä Himmelfahrt) statt. Nachdem Pfarrer Paul Demmelmair zum 1. Juli die Seelsorgeeinheit verlassen hatte, übernahm nun Pfarrer Martin Schäuble aus Vöhrenbach als Leiter der Seelsorgeeinheit Bregtal die Aufgabe des Mariä-Himmelfahrt-Gottesdienstes.

Kapelle hat besondere Bedeutung

Dabei ist Pfarrer Martin Schäuble eigentlich im August im Urlaub, doch die Feier dieses wichtigen Gottesdienstes ließ er sich nicht nehmen. Bei strahlendem Sonnenschein waren wieder sehr viele Gläubige zur Fatimakapelle gekommen. Pfarrer Schäuble machte dabei deutlich, dass gerade für die Furtwanger nach ihrem Gelöbnis zum Ende des Zweiten Weltkrieges diese Kapelle eine ganz besondere Bedeutung hat. Aber es waren auch viele Gläubige aus den anderen Teilen der Seelsorgeeinheit und sogar darüber hinaus gekommen.

Gemeinsames Singen

Insgesamt erschienen etwa 250 Teilnehmer an diesem traditionsreichen Gottesdienst bei der Fatimakapelle. Aufgrund der aktuellen Corona-Lage wies Pfarrer Schäuble darauf hin, dass man auch im Freien versuchen sollte, Abstand zu wahren. Gleichzeitig ermöglichte es der Gottesdienst im Freien, nach seinen Worten, auch wieder gemeinsam zu singen. Davon machten die Gläubigen, begleitet von der Stadtkapelle, auch regen Gebrauch.

Mehr als 1000 Jahre alter Brauch

Gepflegt wird bei dieser Gelegenheit auch der mehr als 1000 Jahre alte Brauch der Segnung von Kräuterbüscheln. Die an Mariä Himmelfahrt gesegneten Kräuter sollen vielerlei Gutes bewirken. Früher wurden die Kräutersträuße im Haus oder im Stall aufbewahrt und immer dann eingesetzt, wenn ein Unglück drohte. Heute hängen die hübschen Gestecke in religiösen Haushalten meist neben dem Kreuz an der Wand. Nicht zuletzt, so Pfarrer Schäuble, soll dies auch symbolisieren, dass gegen Tod und Leid im Glauben immer auch ein Kraut gewachsen sei.

Kapellenbau in sehr schwieriger Zeit

In seiner Predigt erinnerte Pfarrer Schäuble daran, dass Bau und Einweihung der Kapelle 1948 in einer sehr schwierigen Zeit erfolgte. In der gleichen Phase wurde 1950 dann auch die Aufnahme Mariens in den Himmel durch den Papst als offensichtliche Glaubenswahrheit verkündet, auch wenn dies in den christlichen Kirchen schon seit mehr als 1500 Jahren gefeiert wird.

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Glaube an Aufnahme Mariens in den Himmel mit Leib und Seele

Dabei sei die Aufnahme Mariens mit Leib und Seele in den Himmel ein einzigartiges Siegeszeichen, das die anderen Menschen erst am Ende der Zeit erwarten wird. Und auch jetzt befinde man sich mit der Corona-Pandemie wieder in einer sehr schwierigen Zeit, in der solche Zeichen Trost spenden können. Hier sei Maria ein besonderes Beispiel, die ihren Sohn immer begleitete bis zur schmerzhaften Erfahrung beim Tod am Kreuz.

Weißwurstessen muss ausfallen

Am Ende des Gottesdienstes galt der Dank von Pfarrer Schäuble allen, die an der Vorbereitung und Durchführung des Gottesdienstes beteiligt waren, besonders auch der Stadtkapelle Furtwangen. Ausfallen musste wegen Corona in diesem Jahr das Weißwurst-Essen, das von Pfarrer Demmelmair vor fast zehn Jahren im Anschluss an diesen Festgottesdienst eingeführt worden war und das sich seither großer Beliebtheit erfreut hatte.