Der St. Georgener Bergstadtsommer hat in Furtwangen mit dem jungen Pianisten Linus Dönneweg seinen Höhepunkt erlebt. Vom Berg zur Breg ist die Konzertreihe für eines des sieben Konzerte gewandert. Harmoniemusiken und ein Klavierquintett von Ludwig van Beethoven wurden in der Festhalle durch Unterstützung der Siedle-Stiftung möglich. Eingängige Juwelen in einem exquisiten Klangzauber wurden geboten, die das coronabedingt reduzierte Publikum genoss.

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Das Programm war eine Reminiszenz an den Komponisten, dessen 250. Geburtstag die Musikwelt feiert. Eine willkommene Überraschung war das Es-Dur-Quintett für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott mit dem Pianisten Linus Dönneweg. Der Siebzehnjährige ist Sohn des Fagottisten Hanno Dönneweg und Enkel von Peter Dönneweg, der einst die Jugendmusikschule gründete.

Ein hervorragendes Bläserensemble sind die „Stuttgart Winds“, das Harmoniemusik in Vollendung bietet.
Ein hervorragendes Bläserensemble sind die „Stuttgart Winds“, das Harmoniemusik in Vollendung bietet. | Bild: Siegfried Kouba

Motivische Nähe zu Mozart wurde vermittelt, unterstrichen durch Professionalität, technische Beherrschung, dynamisches Zusammenwirken, harmonische Feinjustierung und Sentiment. Der junge Mann am Klavier verfügt bereits über einen bedeutungsvollen Anschlag. Linus Dönneweg kann perfekte Läufe bieten und gefällt mit perlenden Trillern.

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Mit innerer Spannung war der lange Kopfsatz ausgefüllt. Das mit Ernst belegte Grave wurde durch heitere Empfindungen aufgelöst und von gelassener Ruhe und viel Gesanglichkeit war das Andante cantabile geprägt. Romantische Frische des fröhlich gestimmten Komponisten versprühte das Final-Allegro, in dem ein Ritardando beredtes Zeugnis für verständnisvolles Zusammenwirken war. Das engagierte Musizieren aller Musiker wurde mit frenetischem Beifall belohnt.

Straffe Formung

Auftakt war die Fidelio-Ouvertüre in der vom Böhmen Wenzel Sedlák (1776-1851) gegossene Form. Die „Stuttgart Winds“ mit Anne Angerer und Annette Schütz (Oboen), Dirk Altmann und Rudolf König (Klarinetten), Hanno Dönneweg und Eduardo Calzada (Fagotte), Wolfgang Wipfler und Josef Weissteiner (Hörner) und Felix von Tippelskirch (Kontrabass) war bestens disponiert bei orchestralem Klang, straffer Formung und eingängiger Interpretationskraft.

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Eine Schlüsselrolle kam den Hörnern beim bekannten Rondino (WoO 25) zu, das im hell klingenden Es-Dur zum bläserischen Schmankerl wurde und elegant-einfühlsam wiedergegeben wurde. Eine Bläserparade bot jeder Einzelne bei der „Parthia“. In raschem Tempo, erfreulich munter und vorwärtsdrängend kam das Allegro daher, eröffnet durch die forsche erste Oboe.

Zwiegespräche und Witze

Der beschwingte Themenreigen bot beste Kammermusik, in die sich gekonnt der Kontrabass einfügte. Voll farbenreichem, spezifischem Sound der einzelnen Instrumente erklang das Andante, wobei es im Jazz für die Oboistin Zwischenapplaus gegeben hatte, die ein ansprechendes Zwiegespräch mit dem Fagott hielt. Keck rahmte das Menuett das zauberflötenhafte Trio des dritten Satzes ein, der Rossinis musikalischen Witz vorwegnahm. Freude pur wurde schließlich im Presto des Finales verbreitet, das Gedanken an Corona hinter sich ließ.

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Der Organisator des 13. Bergstadtsommers, Karsten Dönneweg, begrüßte die Gäste und wies auf den steinigen Corona-Weg hin, der sich aber nach ein bisschen Licht am Ende des Tunnels durch Sponsoren und Städtevertreter positiv gewendet habe. Bürgermeister Josef Herdner habe voll und ganz Unterstützung zugesagt. Ein netter Einfall war die Bewirtung durch das Helferteam, das auch verantwortungsvoll mit den Hygienemaßnahmen umging.

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