An die badische Uhrenfabrik Furtwangen „Baduf“, ein weltweit agierendes Unternehmen, das 1983 seine Tore für immer schloss, werden sich noch viele Furtwanger erinnern.

Einst stand hier die Badische Uhrenfabrik (Baduf). Heute existiert hier auf deren ehemaligen Gelände ein modernes Herstellungsgebäude der Firma EDS. Bild: Siegfried Kouba
Einst stand hier die Badische Uhrenfabrik (Baduf). Heute existiert hier auf deren ehemaligen Gelände ein modernes Herstellungsgebäude der Firma EDS. Bild: Siegfried Kouba | Bild: Sb

Den Beginn läutete der Uhrmacher Adam Fehrenbach aus Gütenbach ein, der 1858 nach Furtwangen übersiedelte. Er schloss sich mit dem Gießer Salomon Siedle zusammen und beide gingen ihrem Erwerbszweig nach. Die Harmonie dauerte nicht lange, an die Erben des 1878 verstorbenen Fehrenbach mussten hohe Abfindungen gezahlt werden. Dessen Firma führten Felix Ketterer und August Rombach weiter. Der Bruder des Letzteren, Carl Rombach, und der Cousin, Baptist Rombach, produzierten zeitgleich Ein-Tages-Pendeluhren. Aus dem Zusammenschluss beider Firmen und ihrer vier Inhaber entstand 1883 die Uhrenfabrik Furtwangen AG. In Gütenbach entwickelte sich seit 1857 der Betrieb des Leo Faller, dessen Sohn Friedrich 1882 in das Unternehmen einstieg. Gleichgeartete Fabrikation förderte den Zusammenschluss mit der Furtwanger Uhrenfabrik, woraus die „Badische Uhrenfabrik“ in Furtwangen entstand.

1913 stand das Unternehmen auf gesunden finanziellen Beinen. In Gütenbach jedoch war der Immobilien-Wert höher und auch das Maschinenkonto war führend. Der Fertigungsschwerpunkt hatte sich daher in das Uhren-Dorf verlagert. Schon 1884 verriet der Briefkopf der Uhrenfabrik Furtwangen, dass „Uhren nach amerikanischem System“ gefertigt wurden. Später war auf jeden Fall die Technologie der „Amerikaneruhren“ ausgereift. Wichtig war die Herstellung von Holzgehäusen, an denen oft mehr verdient wurde als an den Uhrwerken.

So sah die Firma Baduf aus, die jahrelang den Namen Furtwangen bis ins ferne Ausland trug, im Jahre 1895 aus. Bild: Deutsches Uhrenmuseum
So sah die Firma Baduf aus, die jahrelang den Namen Furtwangen bis ins ferne Ausland trug, im Jahre 1895 aus. Bild: Deutsches Uhrenmuseum | Bild: Sb

Schwere Zeiten folgten in den Nachkriegsjahren, wobei die Inflation von 1920/23 nur eine Scheinblüte hervorbrachte. Eine neue Währung brachte tiefe Einschnitte der Beschäftigung, Kurzarbeit half nicht. Eine Chance wäre die Lautsprecherproduktion für Radios gewesen, die nicht wahrgenommen wurde. So kam es 1932 zum Konkurs, doch ein Jahr später gab es mit Finanzspritzen des Villinger Unternehmers Josef Kaiser eine Nachfolgefirma, die 35 Mitarbeiter beschäftigte.

Ein interessantes Stück Uhren- und Weltgeschichte schreibt diese Reichskolonialuhr aus dem Jahre 1904. Foto: Deutsches Uhrenmuseum
Ein interessantes Stück Uhren- und Weltgeschichte schreibt diese Reichskolonialuhr aus dem Jahre 1904. Foto: Deutsches Uhrenmuseum | Bild: Sb

Zaghaft ging es nach dem Krieg weiter. 1955 wurden 180 Menschen beschäftigt. Neu entwickelte Uhrenwerke und die frühzeitige Fabrikation batteriebetriebener Uhren brachten Aufwind. Doch der Konkurs der Villinger Kaiser-Uhren riss die Baduf 1974 in den Strudel, da diese für eine hohe Bürgschaft herhalten musste. „Was bis zum endgültigen Aus im Jahre 1983 folgte, war ein Sterben in Raten“, so der Autor Helmut Kahlert. Erinnerungen wecken die Ausstellungsstücke im Deutschen Uhrenmuseum.