"Friede, Freude, Pustekuchen", mit diesem eher harmlosen Motto stiegen die "schrillen Fehlaperlen" auf die Bühne in Rötenbach. Wer nun glaubte, einen lockeren-heiteren Abend zu erleben, der sah sich schon nach wenigen Minuten getäuscht. Lachtränen, Ausschüttung von Glückshormonen, schmerzende klatschende Hände – all dies war an diesem Comedyabend inbegriffen.

"Ausverkauft" hieß es schon Tage vor dem Auftritt der vier Spaßmacherinnen, die kein Blatt vor den Mund nahmen. Hier wurde Tacheles gesprochen und der frivole Touch war unverkennbar. Mit ihrem neuen Programm trafen die vier Damen mit ihrem Gitarristen Ferdi nicht nur den Nerv des Publikums, sondern auch den Trend der Zeit. Dabei wurden die "ein bis zwei Pfund über dem Idealgewicht" der Akteure ebenso skurril-harmonisch hinterfragt oder als neuen Mama-Mia-Song "Kaloria" besungen. So wundert es nicht, dass die "schrillen Fehlaperlen" immer wieder Szenenapplaus bekamen. Auch Bürgermeister Josef Matt bekam seinen augenzwinkernden Song ab.

Ein großer Part des Abends – und da eroberten die Fehlaperlen die Herzen der Damen – wurde den Herren der Schöpfung gewidmet. "Die Besorgung und Entsorgung von Männern" ist gar nicht so einfach, nur gut, dass Fredi mit Liedern "aus Männersicht" etwas entgegensteuerte. Dieser ewige Kampf der Geschlechter wurde dabei mit so viel humorvoller, musikalischer Würze serviert, dass auch die männlichen Besucher in die Begeisterungsstürme ihrer Frauen mit hineingezogen wurden. Nichts war den "schrillen Fehlaperlen" fremd, vom Jugendwahn, bis zu den zu vielen Cocktails beim Kaffeeklatsch, sie verkörperten schwäbisches Mundart-Kabarett auf hohem Niveau. Es ist nicht das erste Mal, dass die sechs Fehlaperlen in Rötenbach auftreten. Das schrille Sextett Moni Schultz, Bianca Henkel, Karin Daikeler, Tine Riester, Babs Röck mit Musiker Fredi Riesterer hat bereits vor Jahren schon einmal Rötenbach auf den Kopf gestellt.

Eingeladen zu diesem Comedyabend hatte der Förderverein der Teufel Rötenbach. Sie unterstützen die Aktionen der Teufelgruppe, die mit der Höllennacht im Rockkeller das Jahr musikalisch einläutete. Die große Gruppe ist vorwiegend während der närrischen Tage unterwegs und verkörpert hier Kultur und Geschichte. In Rötenbach brannte es früher sehr oft und so wurde dem Ort der Satz "In Retäbach huckt de Deifel uff em Dach" übergestülpt.