Friedrichshafen (abe) Annähernd 80 Interessierte, Betroffene sowie Angehörige kamen gestern im Gemeindehaus St. Petrus Canisius zum Gründungstreffen einer Parkinson-Selbsthilfegruppe in Friedrichshafen zusammen. Bereits mehr als 20 Erkrankte möchten das Angebot annehmen, sich einmal monatlich zu treffen.

Seit 2015 leitet Brigitte Pfeiffer die Selbsthilfegruppe in Ravensburg und sieht nach Auflösung einer privat organisierten Gruppe den Bedarf, ein solches Treffen im Raum Friedrichshafen wieder möglich zu machen. Sie wird dabei von der Landesvorsitzenden der deutschen Parkinson Vereinigung (DPV), Karin Krüger, und dem Chefarzt der Neurologischen Klinik des Klinikums Friedrichshafen, Dr. Roman Huber, unterstützt. "Ich werde kein fester Bestandteil der Gruppe", sagt er, "stehe aber für persönliche Gespräche zur Verfügung". Da Pfeiffer wie in Ravensburg eine Regionalgruppe unter dem Dach des Landesverbands gründen will, setzt sie bei zukünftigen Teilnehmern eine Mitgliedschaft in der DPV voraus.

Für einen Jahresbeitrag von 55 Euro profitieren Mitglieder dann nicht nur von einem Versicherungsschutz während ihrer Anwesenheit, sondern auch von zahlreichen Fachartikeln und Informationsmaterial zur Erkrankung, sozialrechtlicher Unterstützung und Fachvorträgen im Rahmen der Treffen. "Wir in Ravensburg sind kein Jammerhaufen", betont Pfeiffer. Vielmehr brächten sachliche Gespräche über die besonderen Befindlichkeiten im Verlauf der Krankheit die Betroffenen weiter. Somit schlägt die Krankheit eine Brücke zu anderen Betroffenen und beugt der Vereinsamung vor. Der geschützte Raum hilft, selbst über intime Probleme zu sprechen.

Parkinson betrifft mehrheitlich die 55 bis 65-Jährigen und in erster Linie Männer. Doch in zunehmendem Maße erkranken auch junge Menschen unter 20 Jahren. Trotz intensiver Forschung sind die Ursachen für diese Erkrankung nach wie vor nicht bekannt. Da es im Anfangsstadium weder einheitliche Symptome noch einen Test zur Diagnose gibt, ist der Weg dorthin oftmals lang. "Alle Betroffenen fallen dann in ein schwarzes Loch", weiß Brigitte Pfeiffer aus eigener Erfahrung. Der Alltag ändere sich und viele Ängste gälte es zu bewältigen.

Die Ravensburger Gruppe half ihr dabei, als ihr Mann erkrankte. "Wir hatten Träume und dann kam alles ganz anders", sagt sie. Einmal im Jahr bietet die Selbsthilfegruppe eine Veranstaltung nur für pflegende Angehörige an, um auch ihnen die nötige Unterstützung zu bieten. "Wir wollen so etwas wie eine zweite Familie sein", sagt Karin Krüger. Die Menschlichkeit stehe im Vordergrund.