Glaubte man bislang in den Gemeinden Löffingen und Friedenweiler, nun endlich die geplante Tank- und Rastanlage an der B31 realisieren zu können, kommt nun vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Regionalverband Südlicher Oberrhein, ein klares Nein. Dessen Geschäftsführer Axel Mayer fordert in einem Schreiben an das Regierungspräsidium Freiburg "Intelligenz und Technik statt Flächenverbrauch". Es gäbe direkt neben Autobahnen und Landstraßen abends viel ungenutzten freien Lkw-Parkraum. Man solle mit moderner Technik die Lastwagenfahrer auf sinnvolle Ausweichplätze lenken und dort Dixi-Klos aufstellen, dies sei billiger und ökologisch besser, als "flächenfressende und naturzerstörende Parkplätze und Lobbykratie".

Die Realität zumindest im Hochschwarzwald sieht anders aus. Die acht Lkw-Parkplätze an der Tankstelle Löffingen, alle Parkplätze an der B31 in dieser Region und auch das interkommunale Gewerbegebiet in Löffingen sind immer voll belegt. Nicht nur die fehlenden Parkplätze, auch die fehlenden sanitären Anlagen führen zu chaotischen und nicht tragbaren Verhältnissen.

Friedenweilers Bürgermeister Josef Matt ist enttäuscht über das Schreiben. "Seit vier Jahren läuft die Planung mit umfangreichen Recherchen und auf und ab. Wir halten an den Plänen fest, denn dies ist die beste Lösung für alle", so Matt. Mayer dagegen würde einen Standort in Hüfingen beim Lidl-Logistikzentrum als geeigneter ansehen, zumal hier die Auf-und Abfahrten schon vorhanden seien. Eine weitere Variante für den BUND wäre das stillgelegte Rötenbacher Holzwerk, da es hier genügend versiegelte und vorbelastete Fläche gäbe.

Dem widerspricht Johannes Dreier vom Regierungspräsidium. Auf die Flächen des ehemaligen Holzwerks sei laut Dreier mangels einer zweckentsprechenden Verfügbarkeit nicht zurückzugreifen. Das Regierungspräsidium unterstreicht den Bedarf der Tank- und Rastanlage, zumal die Lkw-Parkplätze zu gering und die sanitären Verhältnisse ungenügend seien. Mit der Rastanlage gäbe es eine wesentliche Verbesserung der Situation, außerdem sei die Anlage ein wichtiger Beitrag zu einer leistungsfähigen West-Ost-Verbindung. "Das Regierungspräsidium weist vehement die Vorwürfe einer kurzfristigen Entscheidung zurück", so Dreier. Ein langer Suchlauf sei vorausgegangen, zumal man sich der sensiblen Landschaft sehr wohl bewusst sei. Aueßrdem schaue man bewusst auf eine Reduzierung des Flächenverbrauchs. Die Berechtigung wichtiger Infrastrukturvorhaben könne allerdings dadurch nicht in Frage gestellt werden.