Es war mehr als eine Stunde vor der Eröffnung, als die ersten Besucher vor dem Haus 4 des ehemaligen Kasernenareals eintrafen. Viele weitere kamen hinzu und bildeten eine meterlange Menschenkette, die im strömenden Regen geduldig ausharrte, bis sich die Türe des zentralen Impfstützpunkts öffnete.

Dort bereitete sich ein Impfteam mit DRK-Kreisbereitschaftsleiterin Martina Fritz an der Spitze auf den Ansturm vor, als die ersten rund 25 Impfwilligen in den Wartesaal strömten. Rasch stellte sich heraus, dass der überwiegende Teil der Besucher gekommen war, um die Drittimpfung abzuholen. Doch vereinzelt waren auch Erst- und Zweitimpfungen gefragt.

Höchste Konzentration bei der Registrierung

Martina Fritz, die auch als Bereitschaftsleiterin im Ortsverein Furtwangen wirkt und ihr Mann Mario registrierten die Impfwilligen. Dieser erste Schritt erforderte von den beiden höchste Konzentration und die immer wieder kehrenden Fragen nach den Nebenwirkungen bei den Vorimpfungen, bekannten Allergien oder sonstige bekannte Probleme, die während einer vorhergehenden Impfung aufgetreten seien.

Martina und Mario Fritz behalten während der Registratur jederzeit die Übersicht.
Martina und Mario Fritz behalten während der Registratur jederzeit die Übersicht. | Bild: Rainer Bombardi

„Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz“, resümierte Martina Fritz, als kurz vor 13 Uhr alle neu ankommenden Impfwilligen wieder den Heimweg antreten mussten. „Wir hätten es unfair gefunden, die Impfwilligen weiter im Regen stehen zu lassen, um ihnen gegen Ende mitzuteilen, dass das lange Warten umsonst war.“

Aktuell sind 120 Impfungen pro Tag realistisch

Fritz verweist darauf, dass es momentan zwei Impfstellen im Haus 4 gibt von denen sie sich erhofft, dass sie pro Öffnungstag im Optimalfall bis zu 200 Impfungen leisten können. Doch aktuell wird das Personal noch eingelernt, weshalb sie 120 Impfungen für realistisch hält.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Fachberatung unmittelbar vor der Impfung übernahmen die beiden pensionierten Mediziner Gudrun Adams aus Villingen und Franz Schmitt aus Donaueschingen. Sie gingen auf die Fragen der Impfwilligen ein, erläuterten die Unbedenklichkeit von Impfstoffkombinationen, dass der Gelbe Impfpass in Zukunft nicht mehr ausreicht oder dass für den Samstag Impfstoffe von Moderna und Johnson&Johnson bereitstanden.

Das könnte Sie auch interessieren

„Vor einer Booster-Impfung müssen im Minimum fünf besser sechs Monate seit der Zweitimpfung vergangen sein“, erklärte Adams. Eine vorgezogene Drittimpfung verfehle ihren Nutzen. Die eigentlichen Impfungen fanden in zwei separierten Kabinen statt, von denen Helfer die Impfwilligen in den Wartebereich begleiteten.

Die Villinger Ärztin Gudrun Adams erläutert Claus Bowe, dass die Verwendung unterschiedlicher Impfstoffe für die Erst-, Zweit- und Drittimpfung so effektiv sind, wie Impfungen mit nur einem Impfstoff.
Die Villinger Ärztin Gudrun Adams erläutert Claus Bowe, dass die Verwendung unterschiedlicher Impfstoffe für die Erst-, Zweit- und Drittimpfung so effektiv sind, wie Impfungen mit nur einem Impfstoff. | Bild: Rainer Bombardi

„Noch 15 Minuten warten, dann habe ich wieder freien Zutritt zu allem“, freute sich der Donaueschinger Claus Bowe, der für seine Drittimpfung ursprünglich beim Hausarzt angemeldet war. Doch dort gibt es in der Regel frühestens wieder Ende Januar freie Impftermine. Bowe störte sich nicht daran, dass er für den am Abend geplanten Restaurantbesuch doch noch einen Schnelltest brauchen wird.

Das könnte Sie auch interessieren

„Wie bei den ersten beiden Impfungen ist der volle Impfschutz erst nach zwei Wochen gewährleistet“, informierte Yasmin Stütz von der DRK-Bereitschaftsleitung des Ortsvereins Villingen. Sie unterstützte die Geimpften im Wartebereich bei der Fertigstellung des Zertifikats in Form eines QR-Codes auf den Mobiltelefonen.

Yasmin Stütz von der DRK-Bereitschaft in Villingen hilft bei der Zertifikaterstellung via QR-Code.
Yasmin Stütz von der DRK-Bereitschaft in Villingen hilft bei der Zertifikaterstellung via QR-Code. | Bild: Rainer Bombardi

„Wir wollen Weihnachten bedenkenlos und ohne uns ständig testen zu müssen mit den Großeltern feiern können“, lobten die Tannheimer Carolin und Martin Renner das Impfangebot in einem zweiten kreisweiten Stützpunkt.

Carolin und Martin Renner holen ihre Booster-Impfungen ab um stressfreie Weihnachten feiern zu können.
Carolin und Martin Renner holen ihre Booster-Impfungen ab um stressfreie Weihnachten feiern zu können. | Bild: Rainer Bombardi

Der Donaueschinger Michael Franz hatte zudem reichlich Lob für die freiwilligen Helfer der Impfteams übrig, ohne welche sich ein derartiges Impfangebot nicht realisieren ließe.

Susanne Rothweiler begrüßt das offene Impfangebot, das ihr lange Wartezeiten auf einen Impftermin erspart.
Susanne Rothweiler begrüßt das offene Impfangebot, das ihr lange Wartezeiten auf einen Impftermin erspart. | Bild: Rainer Bombardi