Punkt 18 Uhr geht es los. Unter dem Motto „Eisenmann will‘s wissen“ besucht die CDU-Spitzenkandidatin den Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen. Doch statt in einer großen Halle vor Publikum wird Susanne Eisenmann in die Wohnzimmer und Büros gesendet. Digitaler Wahlkampf zu Corona-Zeiten eben. Den Beginn macht ein Imagevideo. Susanne Eisenmann spricht über Susanne Eisenmann. Gezeigt wird Susanne Eisenmann in verschiedenen Situationen.

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Die ersten begrüßen Eisenmann via Chat. Helene Sulzmann, die bei der letzten Kommunalwahl auf der CDU-Liste in Donaueschingen stand, und auch Mario Mosbacher, ehemaliger CDU-Stadtrat in Donaueschingen und Direktor des Fürstenberg-Gymnasiums ist darunter: „Guten Abend, Frau Eisenmann! Schön, dass das geklappt hat und Sie auf digitalem Weg in unseren Wahlkreis kommen!“, schreibt er. Dann gibt es den ersten inhaltlichen Beitrag. „Es hallt ziemlich. Anstrengend, zuzuhören“, schreibt Gerda Schneider. Und sie ist nicht die Einzige, die das Problem hat. Susanne Eisenmann und Guido Wolf, der CDU-Kandidat des Wahlkreises 55, sind erst mit doppelter und dann sogar drei- oder vierfacher und vor allem zeitversetzter Tonspur zu hören. Verständlich ist irgendwie anders.

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Die ersten Tipps kommen: „Sie müssen oben im Reiter das Mikrofon ausstellen.“ oder „Dann starten Sie den Stream am besten noch einmal neu in einem anderen Browser.“ Bei manchem hilft das auch nichts, doch wenn man auf Pause drückt, bleibt zwar das Bild stehen, aber der Ton läuft verständlich weiter. Naja, man weiß ja, wie Wolf und Eisenmann aussehen und außer dass Wolf gelegentlich auf sein Smartphone schaut, um die Fragen der Zuschauer aufzunehmen, passiert eh nicht viel. In so einem Fall ist es dann wohl besser, den Inhalt zu verstehen. Um den sollte es in der Politik ja sowieso mehr gehen als um die Optik.

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Und der erstreckt sich von Corona über Bildungspolitik bis hin zu Einfamilienhäusern und Verbrennungsmotoren. Einen roten Faden gibt es nicht, Wolf fragt, was die Zuschauer wissen wollen. Unter www.eww.live sind es gegen Ende 85 und auf Facebook 47 Interessierte. Darunter viele Christdemokraten, die man in der Region kennt und die auch schon eine Woche zuvor am politischen Aschermittwoch der Donaueschinger CDU teilgenommen haben. Doch was genau will jetzt Eisenmann ihrem Motto nach wissen? Für welche Themen, die den Wahlkreis 55 beschäftigen, interessiert sich die CDU-Spitzenkandidatin denn? Und was nimmt sie mit nach Stuttgart? Eigentlich ist es eher anders herum, die Zuschauer stellen Fragen und Eisenmann weiß zu allem etwas. Es geht um Landes- und auch Bundespolitik. Gerne werden die Grünen kritisiert, ob nun als Koalitionspartner oder für ihre politischen Ansichten. Eine ganz beliebte Zielscheibe ist Sozialmister Manfred Lucha und sein Handeln in der Corona-Krise. Andere Konkurrenten scheint es nicht zu geben.

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Der Wahlkreis spielt eher eine untergeordnete, wenn nicht sogar sehr verschwindende Rolle. Und wenn, dann ist es der Job von Guido Wolf. Eisenmann zählt beispielsweise Städte auf, in denen Verbrennungsmotoren hergestellt werden und aus denen Teile von ihnen kommen. Schnell fügt Wolf noch Tuttlingen und Donaueschingen ein. Dabei kennt Susanne Eisenmann den Wahlkreis. In Irmadorf entspannt sie nämlich gerne – im eigenen Domizil. Der Mann geht auf die Jagd. Die Kultusministerin selbst hat auch einen Jagdschein, praktiziert das Hobby aber nicht mehr. Aber der „Guido„ und die „Susanne„, wie sie sich nennen, schreiben sich dann, ob man sich denn auch treffen könnte.

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Nach gut einer Stunde leitet Guido Wolf die Schlussrunde ein. Die letzte Frage gehört Helene Sulzmann. Wenn dann Eisenmann Chefin im Land wäre und die erste Ministerpräsidenten-Konferenz ansteht, auf was würde sie sich denn freuen? „Vor der ersten Sitzung wäre ich sicher aufgeregt“, sagt Eisenmann und fügt hinzu: „Man hört ja so viel aus der Ministerpräsidenten-Konferenz. Der Erste spielt Candy-Crush-Saga, der Zweite schläft und der Dritte raucht. Und was würde Eisenmann machen? „Ich kucke ein bisschen, aber dann bin ich da und melde mich zu Wort. Und ich werde natürlich für Baden-Württemberg kämpfen.“