Alexandra Biedermann ist eine Doula, eine Geburtsbegleiterin. Davon hat hierzulande noch kaum jemand etwas gehört, obwohl die Doula eigentlich eine alte Tradition fortsetzt oder besser wieder aufnimmt. Das Wort kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie „Dienerin der Frau“. „Früher war eine Geburt Sache der Hebammen und geburtserfahrene Frauen kamen dazu und kümmerten sich um das Umfeld“, erzählt Alexandra Biedermann. Die 37-jährige zog mit Mann und Kind vor einem Jahr nach Donaueschingen.

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Die Doula mischt sich nicht in die Angelegenheiten von Hebamme oder Arzt ein. Deshalb benötigt sie auch keine medizinische Ausbildung. Wie genau ihre Betreuung aussieht, bespricht die Geburtsbegleiterin individuell mit der Familie. Mal geht es darum, die Frau bei den Wehen anzuleiten, mal darum, sie bei der Säuglingspflege oder beim Stillen zu unterstützen.

Auf gepackten Koffern

Zum Service gehört auch die ständige Rufbereitschaft. Alexandra Biedermann sitzt praktisch immer auf gepackten Koffern. Die junge Frau hat ihre Ausbildung in Österreich absolviert. Dabei waren sechs Wochenenden, in denen praktischer Unterricht erteilt wurde. Dazwischen gab es viele Hausaufgaben, ein Selbststudium und am Ende eine Abschlussarbeit. Wie sinnvoll die Arbeit von Doulas sei, bestätigten wissenschaftliche Untersuchungen, so Alexandra Biedermann. Danach nähme beispielsweise bei Frauen, die kontinuierlich von einer Doula unterstützt werden, die Wahrscheinlichkeit, per Kaiserschnitt zu entbinden, um 50 Prozent ab.

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In diesen Tagen begleitet Alexandra Biedermann eine Frau, bei der stündlich die Wehen einsetzen können. Das Problem: Der Ehemann kann bei der Geburt nicht dabei sein, weil er das erstgeborene Kind nicht alleine lassen kann, es gibt keine Betreuungsalternative. Und so wird Alexandra Biedermann die werdende Mutter in den Kreißsaal begleiten.

Kostenübernahme auf Antrag

Die muss dafür nicht einmal in den Geldbeutel greifen, weil der Dachverband „Doulas in Deutschland„ in diesen Corona-Zeiten auf Antrag die Kosten übernimmt. Die liegen je nach Betreuungszeitraum zwischen 450 bis 600 Euro. Die Krankenkassen stehen dafür nicht gerade. In den Vereinigten Staaten, so berichtet Alexandra Biedermann, übernähmen bereits einige Krankenkassen die Rechnungen der nichtmedizinischen Geburtshelferinnen.

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Und warum macht Alexandra Biedermann diesen Job? Im Gespräch wird schnell klar, dass es ihr nicht in erster Linie ums Geldverdienen geht. Ihr ist es eine Herzensangelegenheit, für andere Frauen da zu sein, deren emotionale und körperliche Gesundheit zu unterstützen. Damit sie Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach als wunderschönes Erlebnis und Schlüsselerfahrung in Erinnerung behalten.

Alexandra Biedermann, 0176/81 03 11 10, http://kontakt@alexandrabiedermann.de

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