Der Vereinssport im Städtedreieck hat schwere Zeiten hinter sich. Viele Wochen und Monate lang konnte Training wegen der Pandemie gar nicht oder nur eingeschränkt stattfinden.

Nun steht die nächste Krise ins Haus: Angesicht der stark gestiegenen Kosten für Gas und Strom müssen auch die Kommunen versuchen, so viel Energie zu sparen wie irgend möglich – auch in den städtischen Hallen, die für den Vereinssport genutzt werden. Was kommt auf die Sportgruppierungen zu? Ein Überblick.

Donaueschingen: Keine zusätzlichen Einschränkungen geplant

Auf den Donaueschinger Vereinssport kommen laut Rathaussprecherin Beatrix Grüninger vorerst keine neuen Einschränkungen zu. „Die Stadt Donaueschingen betreibt bereits seit vielen Jahren ein aktives Energiemanagement für die kommunalen Liegenschaften“, erklärt Grüninger schriftlich.

Im April 2021 sei so die „Energierichtlinie der Stadt Donaueschingen“ in Kraft getreten, „in der bereits weitreichende Energiesparmaßnahmen geregelt und umgesetzt wurden, die nun auch Bestandteil der Alarmstufe des Notfallplans Gas sind.“

Bereits vor zwei Jahren hat die Stadt demnach die Raumtemperatur in allen städtischen Sport- und Turnhallen „bei außerschulischer Nutzung“ auf 15 Grad reduziert. An gesetzlichen Feiertagen und während der Schulferien stehen die Hallen der Kernstadt zudem für Trainingszwecke nicht zur Verfügung. Auch diese Regelung besteht laut Grüninger seit einigen Jahren.

Das könnte Sie auch interessieren

Zusätzlich seien sich die Vereine „darüber bewusst und sind dazu angehalten, sowohl mit Wasser als auch mit Strom sparsam umzugehen.“ Und die Rathaussprecherin versichert: „Weitere Einschränkungen oder gar eine komplette Schließung der Sporthallen, um Energie zu sparen, sind momentan nicht geplant.“

Die Stadt plane vorerst auch keine Erhöhung der Hallengebühren, teilt die Rathaussprecherin mit. Für 2023 sei jedoch „unabhängig der gestiegenen Energiepreise“ eine „routinemäßig vorzunehmende Prüfung und Anpassung der Betriebskostenanteile vorgesehen.“ Zuletzt wurden die Gebühren demnach 2021 erhöht.

Insgesamt 46 Sportvereine und sportliche Gruppierungen trainieren regelmäßig in Räumlichkeiten der Stadt Donaueschingen, zu denen neben den sieben Sporthallen in der Kernstadt auch die Mehrzweckhallen in Aasen, Grüningen, Neudingen, Pfohren und Wolterdingen gehören.

Bräunlingen: Einsparungen wichtiger als Gebührenerhöhung

Vollständig vom Gas abhängig sind in Bräunlingen alle städtischen Hallen bis auf die Brändhalle in Unterbränd, wie Bürgermeister Michael Bächle sagt. Der Kostendruck ist dementsprechend hoch: Beim Gas sehe die Stadt eine Verdreifachung der Kosten und auch die Stromrechnung sei stark gestiegen.

Auch die Gauchachhalle in Döggingen wird mit einer Gasheizung betrieben.
Auch die Gauchachhalle in Döggingen wird mit einer Gasheizung betrieben. | Bild: Rainer Bombardi

Um Energie zu sparen, hatte der Gemeinderat schon Anfang Juli einen Zwölf-Punkte-Plan beschlossen, der auch für den Vereinssport in kommunalen Hallen Auswirkungen mit sich brachte. So wurde die Raumtemperatur in der Sporthalle ab 19 Uhr von 18 auf 17 Grad Celsius abgesenkt.

Ob diese Regelung künftig noch einmal verschärft werden muss, werde derzeit intern diskutiert, sagt Bächle. Für die Mehrzweckhallen der Stadtteile gelte diese Maßnahme nicht, da dort auch nicht-sportliche Aktivitäten stattfinden, die eine höhere Raumtemperatur erforderlich machten.

Das könnte Sie auch interessieren

Bis Ende September konnte in den städtischen Hallen außerdem nicht warm geduscht werden. Ab 1. Oktober will die Stadt dies über die kommenden Wintermonate jedoch wieder ermöglichen. Die Entscheidung begründet Bürgermeister Michael Bächle unter anderem damit, dass der Energie- und Kostenaufwand für die Warmwasseraufbereitung im Sommer ungleich höher sei, als wenn in den kalten Monaten die Halle sowieso geheizt werde.

Darüber hinaus werden die alle Hallen und Vereinshäuser in den Herbst- und Winterferien für den Vereinssport geschlossen. Für Bräunlingen ist diese Maßnahme neu: Bislang habe die Sporthalle Bräunlingen lediglich über Weihnachten einige Tage nicht zur Verfügung gestanden, sagt Bächle.

„Selbst wenn wir die Kosten um 50 Prozent erhöhen würden, würde uns das im Verhältnis zur Gesamtkostensteigerung nicht viel ...
„Selbst wenn wir die Kosten um 50 Prozent erhöhen würden, würde uns das im Verhältnis zur Gesamtkostensteigerung nicht viel bringen“, sagt der Bräunlinger Bürgermeister Michael Bächle. | Bild: Michael Kienzler/Stadt Bräunlingen

Die Gebühren zur Hallennutzung wurden demnach seit zehn Jahren nicht erhöht. Das stehe nun aber bald an, wie die Stadt den Vereinen schon im vergangenen Jahr angekündigt habe. „Aber selbst wenn wir die Kosten um 50 Prozent erhöhen würden, würde uns das im Verhältnis zur Gesamtkostensteigerung nicht viel bringen.“ Außerdem wolle die Stadt die Vereine nach den schwierigen Pandemiemonaten auch nicht zu sehr belasten.

Deutlich sinnvoller sei daher, Energieeinsparungen weiter voranzutreiben und die städtischen Gebäude zugleich unabhängiger vom Gas zu machen. „Einsparungen bringen unter dem Strich sowohl uns als auch den Vereinen viel mehr, als wenn wir jetzt die Gebühren deutlich steigern würden“, betont Bächle.

Hüfingen: Temperatur in Hallen wird nun abgesenkt

Am Donnerstagabend hat der Hüfinger Gemeinderat beschlossen, dass die Raumtemperatur in allen städtischen Sporthallen „bei Bewegungssport“ von 17 bis 19 Grad Celsius auf 15 Grad Celsius abgesenkt wird. Das erklärt Bauamtsleiter Thilo Mayer, für den die Neuregelung eine echte Herausforderung darstellt, da verschiedenen Heizungssysteme zusammenspielen müssen: „Das ist nicht so einfach, wie es auf dem Papier aussieht.“

Diese Regelung gelte sowohl für die zwei Turnhallen im Kerngebiet als auch für alle Mehrzweckhallen in den Ortsteilen. Mayer betont jedoch, dass die Temperatur für sämtliche nicht-sportliche Veranstaltungen weiterhin höher gehalten werde.

Das könnte Sie auch interessieren

Zusätzliche Schließzeiten plant die Stadt Hüfingen für ihre Hallen dagegen derzeit nicht, wie Hauptamtsleiter Horst Vetter sagt. Somit gilt in Hüfingen weiterhin, dass die Hallen über die Herbstferien geöffnet und in den Weihnachtsferien lediglich vom 24. Dezember bis 6. Januar geschlossen sind.

Und auch finanziell sollen die Vereine laut Vetter nicht weiter belastet werden. In Hüfingen gelte ohnehin ein sehr „moderares System“, bei dem die Hallengebühr mit dem Vereinszuschuss, den die Stadt an die Gruppierungen auszahlt, verrechnet werde. Dieser Schlüssel stehe derzeit „nicht zur Diskussion“, so Vetter.