Hubert Romer ist nicht der Amtsleiter, der oft im Fokus steht. Er baut keine hübschen Gebäude oder kümmert sich um die Bauanträge von Häuslebauern, er ist nicht für die Kultur oder den Tourismus verantwortlich oder leitet das Ordnungsamt, mit dem der Bürger zwar nicht gern, aber dann doch hin und wieder zu tun hat.

Hubert Romer ist der dienstälteste Amtsleiter

Still und leise arbeitet er in seinem Bereich – der Bildung und dem Sozialen. Und das tut er so lange, wie kein anderer Amtsleiter. Man könnte fast sagen, dass vielleicht alle anderen Amtsleiter gemeinsam so viele Jahre im Donaueschinger Rathaus zusammenbekommen, wie es Hubert Romer schon alleine schafft. Denn Romer hat bei der Stadt gelernt, ist dann aufgestiegen und gehört zur Amtsleitergeneration, der auch Ernst und Hubert Zimmermann, Heins Bunse oder Josef Bea angehörten.

Größte Herausforderung in seinem Arbeitsleben

Doch bevor Hubert Romer, und das wird er jetzt wohl gar nicht gerne lesen, das Rathaus in Richtung Ruhestand verlassen wird, muss er sich der wohl größten Herausforderung seiner über 40 Jahre währenden Tätigkeit im Donaueschinger Rathaus stellen – der Corona-Krise. Ja, auch das Ordnungsamt hat gerade einiges zu tun, doch bei Romer liegt der sensible Bereich der Kindergärten und Schulen verankert. Und da hat er es oft mit Eltern, deren Nerven aktuell mehr als angespannt sind, zu tun.

Viel Frust wird auf seinem Schreibtisch abgeladen

Er bekommt in diesen Zeiten viel Post und nicht alle Schreiben sind höflich. Viel Frust wird auf seinem Schreibtisch abgeladen. Viel Unverständnis wird an ihn adressiert, obwohl er meistens gar nichts dafür kann. Doch Romer hat Verständnis. Nicht nur für die Eltern, sondern auch für die vielen Erzieherinnen, die aktuell unter schweren Bedingungen ihren Job machen. Verständnis für die Gemeinderäte, die gerne irgendwie helfen wollen. Verständnis für alle. Und irgendwie möchte er es auch allen recht machen und ihre Wünsche, Sorgen und Belange berücksichtigen. Schließlich ist er ja nicht nur für die Bildung verantwortlich, sondern auch für das Soziale.

Es ist nicht so einfach, wie alle immer denken

Manch einer würde an diesen Stellen große Reden schwingen. Die Schuld auf das Land schieben, das Samstagabends Rechtsverordnungen schickt, die bis Montagmorgen umgesetzt werden sollen. Das verkündet, dass Kindergärten wieder öffnen dürfen, aber die nötigen Informationen dazu erst lange nach dem eigentlich Stichtag schickt. Doch Hubert Romer wettert nicht, dass die Schuld eigentlich gar nicht bei ihm zu suchen ist. Er versucht, Lösungen zu finden. Auch wenn es nicht so einfach ist, wie alle denken. Dafür hat er mehr als nur Verständnis verdient.

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