Mit viel Politprominenz wurden die Hauptversammlungen 2020 und 2021 des Tennisclubs Blau-Weiß (TC BW) Donaueschingen abgehalten. Wohl dem, der seine Halle – hier die Tennishalle – in eine Art neues Vereinsheim umfunktionieren kann, und somit alle Hygienevorschriften und Corona-Abstandsregeln eingehalten werden können.

Unter den Augen des neuen Landtagsabgeordneten Niko Reith – übrigens selber ambitionierter Tennisspieler – und Stadtoberhaupt Erik Pauly schildert der Vorsitzende Arno Göpfert die Situation der Blau-Weißen in der nun schon über ein Jahr dauernden Pandemiezeit. War man kurz vor dem ersten Lockdown bei einem Mitgliederstand von fast 500 und einem florierenden Spielbetrieb, kehrten fast 50 Mitglieder und somit zehn Prozent dem Tennisclub den Rücken.

Zudem lag der Spielbetrieb in der letzten Saison praktisch am Boden. Hinzu kam das Spielverbot in der Tennishalle, was einen Verlust wichtiger Einnahmen aus den Abos der Spieler für den Verein bedeutete. „Umso ärgerlicher der Umstand, dass in anderen Bundesländern teils die Tennishallen voll umfänglich öffnen durften, obwohl deren Inzidenzzahlen höher als die in Baden-Württemberg waren“, so Arno Göpfert. „Doch selbst ein Eilantrag vor dem Verwaltungsgerichtshof in Mannheim zur Komplettnutzung in Baden-Württemberg wurde abgeschmettert“.

In der Halle ist gerade mal ein Platz freigegeben

Somit stehen die Mitglieder der Blau-Weißen seit November letzten Jahres praktisch ohne Trainingsmöglichkeiten da, und das ist bis heute so. Lediglich ein Tennisplatz in der Halle ist seit 8. März wieder zum Spielen erlaubt, „Doch den haben wir für die Abo-Spieler reserviert, sonst drohen hier hohe Rückzahlungen der im Voraus bezahlten Gebühren“, so Arno Göpfert.

Nicht umsonst stand das abgelaufene Vereinsjahr auch ganz im Zeichen des großen Sparens. Zwar konnten die rückläufigen Mitgliedsbeiträge aufgrund der Austritte durch die abgesagten Spielrunden und weitere Einsparungen durch den entfallenen Spielbetrieb kompensiert werden, „aber wir sind ein Sportverein und wollen genau diese Ausgaben auch tätigen“, so Göpfert. „Wir hoffen inständig, dass wir demnächst wieder alle drei Plätze in der Halle nutzen können“, so der Vorsitzende mit Blick zum Landtagsabgeordneten Niko Reith. Dieser versprach, sich bei der Bewerbung als Modellregion des Städtevierecks für Coronalockerungen auch beim Sport einzusetzen.

Selbst sämtliche Planungen für das in diesem Jahr anstehende 75. Vereinsjubiläum wurden aus Kostengründen auf Eis gelegt. Doch es geht auch um die rund 160 Kinder und Jugendlichen, die beim TC Blau Weiß der gelben Filzkugel nachjagen. „Sie sind völlig in ihrem Bewegungsdrang gestoppt, und gerade, als wir kurz vor dem ersten Lockdown einen soliden Nachwuchspool hatten, wird vermutlich der ein oder andere Jugendliche die Lust am Sport verloren haben oder ist bereits aus dem Verein ausgetreten“, vermutet Arno Göpfert.

Geehrte und Vorstandsmitglieder des Tennisclubs Blau-Weiß Donaueschingen am Rande der Hauptversammlung (von links): Matthias Vater, Niko Reith, Manfred Weiland, Siegfried und Marlies Hall, Rolf Schuh, Arno Göpfert, Michael Franz, Alfred Denzer und Hansi Jäggle.
Geehrte und Vorstandsmitglieder des Tennisclubs Blau-Weiß Donaueschingen am Rande der Hauptversammlung (von links): Matthias Vater, Niko Reith, Manfred Weiland, Siegfried und Marlies Hall, Rolf Schuh, Arno Göpfert, Michael Franz, Alfred Denzer und Hansi Jäggle. | Bild: Roger Müller

Aber das funktionierende Vorstandsteam des TC BW demonstriert selbst in diesen Zeiten wahrlich Stärke. Nicht nur, dass man 2021 darauf hofft und baut, sage und schreibe 26 Mannschaften von den Jüngsten bis zu den Erwachsenen in die einzelnen Spielrunden zu schicken, auch rund 200.000 Euro will der Club in die Anlage im Herzen des Donaueschinger Schlossparks investieren. Die Außenspielplätze haben dringenden Sanierungsbedarf. „Mit Flickschusterei ist es nun nicht mehr getan“, so der stellvertretende Vorsitzende Hansi Jäggle. Zudem ist der Teppichbelag der drei Hallenspielplätze zerschlissen, hier wird der TC an die 1200 Quadratmeter neuen Belag einbringen. „Der Verein wäre dadurch auf die nächsten Jahrzehnte saniert, Halle und Clubhaus sind ja bereits in einem Topzustand“, versichert Jäggle.

Um diese Investitionen zu stemmen, bedurfte es in der Mitgliederversammlung der Zustimmung, die Beiträge zu erhöhen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen, nicht zuletzt deshalb, weil seit bestimmt 30 Jahren keine Beitragserhöhung bei den Blau-Weißen zur Debatte gestanden hat. Bei den Wahlen ergaben sich wenig Änderungen, Matthias Vater ersetzt Marvin Vogt, der neuer Beisitzer wurde, im Amt des zweiten Vorsitzenden Sport. Daniel Burkhard rückt vom zweiten zum ersten Sportwart auf, sein vorheriges Amt bleibt vakant.