Als die Stadtkapelle vor einigen Tagen in den Donauhallen zu ihrem Herbstkonzert lud, bot sich den Besuchern ein ungewohntes Bild. Einerseits war der Strawinsky Saal wieder komplett ausgebucht und voller Menschen – ein seit Corona eher ungewohnter Anblick. Andererseits war es nicht der Donauhallen-Caterer selbst, der sich in der Pause um die Getränkeversorgung kümmerte.

Im Gegenteil. Hinter dem Tresen beim Getränkeausschank standen Mitglieder des Donaueschinger Handballsportvereins. „Für uns ist so eine Veranstaltung in der Bewirtung schwierig zu stemmen, da wir beim Konzert logischerweise alle beschäftigt sind“, sagt Johann Duldinger, Vorsitzender der Stadtkapelle.

Seit dem Frühjahr ist der Catererwechsel offiziell vollzogen. Zuvor hatte sich Günther Kummerländer darum gekümmert. Als alleiniger Geschäftsführer seines Unternehmens habe er das Catering aus Altersgründen aufgegeben. Seit dem 1. April hat nun die Kostbaar Catering GmbH die Donauhallen übernommen. Hinter dem neuen Caterer stehen Rainer Bertsche vom Brigachtaler Löwen und Holger Kappey.

Die neuen Caterer der Donauhallen Holger Kappey (links) und Rainer Bertsche. Unser Bild stammt von April 2022.
Die neuen Caterer der Donauhallen Holger Kappey (links) und Rainer Bertsche. Unser Bild stammt von April 2022. | Bild: Stadtverwaltung Donaueschingen

Man habe bei der Vergabe schon im Vorfeld den Fokus auf das Thema Eigencatering gelegt, heißt es von der Stadt. „Da die Donauhallen auch regelmäßig von ortsansässigen Vereinen angemietet werden, um dort ihre Veranstaltung durchzuführen, wurde im Rahmen der Ausschreibung zur Findung eines Catering-Unternehmens auch das Thema Eigencatering bei Vereinsveranstaltungen aufgegriffen“, erklärt Rathaussprecherin Beatrix Grüninger.

Wie läuft das ab?

Werde das Eigencatering bei Veranstaltungen örtlicher Vereine gewünscht, werden im Austausch mit dem Catering-Partner, den veranstaltenden Vereinen sowie der Verwaltung je nach Veranstaltungsformat die individuellen Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit geprüft und gemeinsam ein Weg für eine Kooperation gesucht, erklärt Grüninger.

„Ich kenne die Probleme der Vereine.“
Holger Kappey, Kostbaar Catering

„Grundvoraussetzung dabei ist, dass die veranstaltenden ortsansässigen Vereine ihre Waren wie Speisen und Getränke über das Catering-Unternehmen beziehen“, erklärt sie die Bedingungen. Da es sich um sehr unterschiedlich Vereinsveranstaltungen handle, werden weitere Details nach Bedarf und Rahmenbedingungen individuell zwischen dem Catering-Unternehmen, den Vereinen und der Verwaltung abgestimmt.

„Mit uns kann man immer reden“, sagt Holger Kappey von Kostbaar Catering. Es sei ihr Anliegen gewesen, die Vereine mit ins Boot zu holen, um eine faire Zusammenarbeit möglich zu machen: „Ich kenne die Probleme der Vereine.“ Entsprechend habe man sich mit einigen Donaueschinger Vereinen für 2023 bereits ausgetauscht und geplant. „Alles mit Absprache.“

Küche ist tabu

„Was bei uns allerdings immer wichtig ist: in die Küche darf niemand“, erklärt Kappey. Das habe hygienerechtliche Gründe. „Man muss mit den Vereinen sprechen, damit auch sie die Chance haben, hier ein Bier zu verkaufen“, so Kappey weiter. Als Cateringbetreiber gebe es andere Veranstaltungen, mit denen man Geld mache.

Das könnte Sie auch interessieren

Wenn auch Vereinsveranstaltungen größer ausfallen, „dann haben wir viel Manpower.“ Generell sei jedoch wichtig, „dass alles zufrieden sind. Alle Mitglieder der Vereine sind potenzielle Kunden.“

Die ersten Erfahrungen

Wie die Stadt sagt, haben bereits erste Vereine ihre Erfahrungen mit den neuen Caterern sammeln können. So etwa auch die Stadtkapelle beim Herbstkonzert. „Wir sind mehr als positiv überrascht“, sagt Duldinger. Alles sei sehr unkompliziert gelaufen: „Wir hatten mit den Getränken so gut wie keine Arbeit und nur das bezahlt, was auch wirklich verkauft wurde“, so der Vorsitzende. „Unkomplizierter geht‘s nicht, wir sind total glücklich.“

Johann Duldinger, Vorsitzender Stadtkapelle Donaueschingen, hier im Jahr 2018.
Johann Duldinger, Vorsitzender Stadtkapelle Donaueschingen, hier im Jahr 2018. | Bild: Müller, Jürgen

Seien die Vereine mit an Bord, ergebe sich eine Win-Win-Situation: „Für den Caterer lohnt sich das bei unserem Konzert nicht. Da wird nur in der Pause was getrunken und es gibt eine Art Stoßgeschäft. Und für uns ist es währenddessen schwierig, Personal zu stellen.“ Wenn die Bedingungen passen, dann sehen auch die Überlegungen für die Anmietung der Donauhallen anders aus.