Die schönste Zeit des Jahres endet, und dann? Wie gehen Arbeitgeber mit Urlaubsrückkehrern um, welche speziellen Vorkehrungen gibt es über die gesetzlichen Regelungen hinaus?

Sick Stegmann

Bei Sick Stegmann rechnet man mit der Vernunft der Mitarbeiter. „Wir zählen sehr auf die Eigenverantwortung und Mitwirkung unserer Mitarbeiter, um diese besondere Lage unter Kontrolle zu behalten“, sagt Melanie Jendro aus der Sick-Pressestelle. Das Unternehmen beobachte die Entwicklung und Auswirkungen von Covid-19 weiterhin sehr aufmerksam und passt Schutzmaßnahmen entsprechend an. Schon seit April besteht im Unternehmen Maskenpflicht als kollektiver Fremdschutz.

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Schon frühzeitig habe man die Mitarbeiter mit Hinweisen für ihre Reiseplanung versorgt. Es gebe keine Vorgabe, dass sich Mitarbeiter vor Antritt ihrer privaten Urlaubsreise oder nach Rückkehr melden müssen. Es gelten die Regelungen, die der Bund und die Länder herausgeben. „Wir empfehlen weiterhin die konsequente Einhaltung der geltenden Abstands-, Masken- und Hygieneregeln – auch im jeweiligen Reiseland“, so Jendro weiter. Auf die behördlichen Quarantäne- und Testvorgaben nach der Reiserückkehr seien die Mitarbeiter hingewiesen.

IMS Gear

Auch IMS Gear könne und wolle den Mitarbeitern nicht vorschreiben, wo sie ihren Urlaub verbringen sollen und wo nicht, sagt Personalleiterin Kristin Schäkel auf Anfrage. „Wir informieren sie aber selbstverständlich auf jeweils aktuellstem Stand über die vom Robert-Koch-Institut ausgewiesenen Corona-Risikogebiete und raten dazu, diese Urlaubsdestinationen nach Möglichkeit zu meiden.“

Sie zählen zum insgesamt sechsköpfigen Covid-19-Team von IMS Gear (von links): Kristin Schäkel, Michael Wöhrle, Viktor Hettich, Maike Schmitz und Benedikt Lenhart.
Sie zählen zum insgesamt sechsköpfigen Covid-19-Team von IMS Gear (von links): Kristin Schäkel, Michael Wöhrle, Viktor Hettich, Maike Schmitz und Benedikt Lenhart. | Bild: Ims Gear

Wer sich trotz Warnungen für eine Reise in ein Risikogebiet entscheidet, muss dies dem direkten Vorgesetzten der unternehmensinternen COVID-19-Hotline mitteilen. Unmittelbar an seinen Arbeitsplatz zurückkehren kann ein Risikogebiet-Rückkehrer, wenn er ein negatives Testergebnis vorlegen kann. Sollte nach dem Aufenthalt in einem Risikogebiet eine Quarantäne erforderlich sein, werden Mitarbeiter unbezahlt freigestellt, so die Personalleiterin.

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Im Unternehmen kümmert sich ein Covid-19-Team, dem sechs Mitgliedern aus verschiedenen Unternehmensbereichen angehören in enger Abstimmung mit externen Experten, darunter das Robert Koch-Institut und verschiedene Gesundheitsämter, über die aktuelle Sachlage zum Thema Corona-Pandemie und leitet aus den gesetzlichen Vorgaben entsprechende praktische Maßnahmen ab.

Fürstenberg-Brauerei

Bei der Fürstenberg-Brauerei wurden die Mitarbeiter gebeten, ihre Vorgesetzten vor Reiseantritt über die Reisepläne, insbesondere ins Ausland, zu informieren, sagt Ilona Zimmermann aus der Kommunikationsabteilung. Bei Rückkehr aus einem Staat, für den keine Quarantänepflicht gilt, nehme der Mitarbeiter regulär seine Arbeit auf, sofern er sich gesund fühlt. Als Vorsichtsmaßnahme werden, wo betrieblich möglich, dem Mitarbeiter für zwei Wochen nach Rückkehr Aufgaben zugewiesen, die möglichst wenig Kontakt zu Kollegen bedeuten.

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Bei Urlaubsrückkehr aus Corona-Risikogebieten können die Mitarbeiter erst nach Vorlage eines negativen, deutschen Corona-Tests, der spätestens 72 Stunden nach der Rückkehr gemacht wurde, in die Firma zurückkehren. In der Firma gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln. Wo bei der Arbeit der vorgeschriebene Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann, sind Mund-Nase-Masken zu tragen, die den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden.

Bromberger Packungen

Wer ins Risikogebiet fährt, bei dem gingen die Folgen „auf den eigenen Nacken“, sagt Joachim Werner, Geschäftsführer von Bromberger Packungen. Vor der Urlaubszeit habe die Firma eine generelle Information herausgegen. Jetzt gilt: Risikorückkehrer weisen eine negative Testung vor oder gehen 14 Tage in Quarantäne. Ob als Urlaub oder unbezahlt, sei dabei freigestellt. In Anspruch genommen habe dies noch kein Mitarbeiter, ergänzt Werner.

Ricosta-Schuhfabriken

Bei den Ricosta-Schuhfabriken wurden die Mitarbeiter im Vorfeld gefragt, wohin sie in Urlaub fahren, sagt Jörg Ertl, der der Geschäftsführung angehört. Nach Rückkehr melden sich die Mitarbeiter, wo sie waren. Konsequenzen folgen nach einem Aufenthalt in Risikogebieten. Quarantäne ohne Lohnausgleich drohen dem, der mutwillig dort war. Wo das Urlaubsgebiet erst während des Aufenthalts zum Risikogebiet wurde, „da sind wir noch am überlegen“, so Ertl. Ein „Chaos“ seien die sich häufig ändernden Reisebeschränkungen.

Straub Verpackungen

„Wir informieren unsere Mitarbeitenden umfassend frühzeitig und stetig über gesetzliche Vorgaben und mögliche Konsequenzen„, sagt Gaby Schrenk aus der Personalabteilung. Durch den fortwährenden Austausch mit den Mitarbeitenden habe man ein gutes System aufgebaut, welches gewährleistet, dass sich die Mitarbeitenden aus einem Risikogebiet melden, die Personalabteilung die Testungen abwartetund nach Freigabe der Gesundheitsämter eine Rückkehr an den Arbeitsplatz möglich ist.

Seit Beginn der Krise gibt es einen Krisenstab im Haus mit der Zielsetzung alles erdenklich Mögliche zu unternehmen, die Mitarbeitenden, deren Familien, das Unternehmen und somit auch die Arbeitsplätze zu sichern und zu schützen. Als systemrelevantes Unternehmen trage Straub Verpackungen eine große Verantwortung unsere Abläufe und Prozesse am Laufen zu halten um somit auch unseren Beitrag zur Aufrechterhaltung der Lieferketten zu leisten, so Gaby Schrenk.

Stadt Donaueschingen

Auch bei der Stadt wurden die Beschäftigten über mögliche Konsequenzen bei Reisen in Risikogebiete, beziehungsweise bei Rückkehr aus Gebieten, die erst während der Reise zu Risikogebieten ernannt wurden, informiert, sagt Jennifer Schwörer, stellvertretende Pressesprecherin der Stadt. Von Reisen in Risikogebiete wurde abgeraten. Mitarbeiter, die aus einem Risikogebiet zurückkommen, sind dazu verpflichtet, sich vor der Rückkehr an den Arbeitsplatz zu melden und den jeweiligen Sachverhalt mitzuteilen wie etwas das Ergebnis des Corona-Tests. Daran, so Schwörer, schließe sich eine individuelle Prüfung des Einzelfalls und entsprechende weitere Maßnahmen an.

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