„Online-Schach boomt sehr.“ Das sagt Roman Tuschka aus eigener Erfahrung. In der Tat scheinen die Computer-Arbeit zuhause oder generell der Mangel an Freizeitmöglichkeiten das Interesse am Kräftemessen am virtuellen Schachbrett zu beflügeln. Möglicherweise könnte Online-Schach in absehbarer Zukunft auch seinem Verein zugute kommen. Der 59 Jahre alte Informatiker gehört dem Schachclub Donaueschingen an und kümmert sich als Jugendwart um den Nachwuchs des Vereins.

Achtjähriger übt online

Sowohl bei den Erwachsenen als auch bei den zwischen acht und 14 Jahre alten Kindern und Jugendlichen des etwa 30 Mitglieder starken Vereins wird die Online-Variante gerne genutzt. Beim Nachwuchs macht der Grüninger Einschränkungen. Hier sei es der Jüngste, ein Achtjähriger, der sich sehr intensiv mit dem e-chess, wie die Online-Variante des Schachspiels firmiert, auseinandersetzt. Er ist eines der größten Talente des Vereins, andere Jugendliche betrieben den Online-Sport weniger intensiv und freuten sich eher darauf, bis das Schach-Training in der Clubkonstante in der Stadtmühle am Freitagabend wieder möglich sein wird.

Besser als gegen den Computer

Stark genutzt werde e-chess durch die erwachsenen Spieler auf einer offenen Plattform. Hier könnten Schachfreunde ganz ohne Vereinsbindung ihre Partien austragen, schwärmt Tuschka von der Plattform lichess.org. Der weitere klare Vorteil: Hier finden Spieler ebenbürtige Gegner und können Bedenkzeit oder Varianten festlegen. Und gegen den Computer „verliert man ja ohnehin immer“, fügt er hinzu. Auch die Austragung von Turnieren oder die Formierung von Mannschaften und Gruppen ist auf der Plattform möglich.

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Auch wenn sich die Schachspieler irgendwann wieder gegenüber sitzen können und im Verein Gemeinschaft gepflegt werden darf, werde diese Form des Spiels bleiben, meint der Jugendwart auch mit Blick darauf, wie schnell sich die lichess-Option verbreitet hat. „Das Schach wird sich verändern“, sagt er. Das Interesse am Schach werde zunehmen. Und möglicherweise wird das auch dem Schachclub zugute kommen. Wo interessierte Laien auf lichess unterwegs sind, kommt eventuell auch ein Ausflug in die reale Welt in Frage.

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Dem baut der Schachclub vor, wenn es im Herbst die Corona-Lage zulässt. Der Verein möchte sich beim Herbstfest präsentieren. Schachbretter werden aufgebaut, die sowohl Schnupperpartien mit Mitgliedern während des Festtrubels als auch in der aktuell gefragten Internet-Variante ermöglichen.