Weil der erste Werktag, die beliebte öffentliche Ortschaftsratssitzung in Aasen, in diesem Jahr nicht wie gewohnt stattfinden konnte, hat das Ortsparlament stattdessen zu einem virtuellen Meeting als Videotelefon-Konferenz eingeladen.

So tagt man virtuell in Aasen: Zur ersten Werktagssitzung haben sich mehr als 80 Bürger eingeloggt und hören vieles über die Zukunftspläne für den Ort.
So tagt man virtuell in Aasen: Zur ersten Werktagssitzung haben sich mehr als 80 Bürger eingeloggt und hören vieles über die Zukunftspläne für den Ort. | Bild: Elisabeth Winkelmann-Klingsporn

Ortsvorsteher Horst Hall begrüßte am Samstagmittag die zahlreichen virtuellen Teilnehmer. Neben den Ortschaftsräten hatten sich mehr als 80 und auffällig viele jüngere Aasener eingeloggt.

Rück- und Ausblick durch Ortsvorsteher

Im technisch dazu bestens ausgestatteten Konferenzraum der Firma AP&S wünschte Ortsvorsteher Horst Hall ein gutes neues Jahr und erläuterte im locker-informativen Gespräch mit seinem Stellvertreter Lothar Mayer die letztjährigen Ereignisse und zukünftige Planungen.

Der Unternehmer machte Mut, die Belastungen und Einschränkungen durch die Corona-Pandemie gemeinsam zu tragen. Schließlich halte Solidarität eine Gesellschaft zusammen. Egoismus bringe nicht weiter und im Blick auf Verantwortung für die Allgemeinheit gelte es auch den Begriff Freiheit neu zu definieren.

Trotz Corona konnte der Ortsvorsteher im Rückblick auf 2020 wieder über Beachtliches zur Weiterentwicklung des „Premium-Dorfes“ berichten: Mitte 2020 wurde die weitere Erschließung der Käppelestraße angegangen. Die Kosten von 385.000 Euro liegen leicht unter der Planung. Die fünf neuen Grundstücke fanden schnell Bewerber. Im Rathaus, in der Schule und in der Bürgerhalle gab es Sanierungen.

Käfer und Sturm „Sabine“ kosten Holz

Im Aasener Forst hat Sturm „Sabine“ 1000 Festmeter gekostet. Dazu kommen 1500 Festmeter Käferholz, das überdies mit Insektiziden behandelt werden muss. Nur wegen der optimalen Wasserversorgung im Aasener Wald habe der Forst die drei letzten niederschlagsarmen Jahre einigermaßen durchgestanden, sagt Revierleiter Manfred Fünfgeld. Neu aufgeforstet wurde mit 11.000 Bäumen, unter anderem mit gut an den Klimawandel angepassten Flatterulmen.

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In den drei verpachteten Jagdrevieren wurden 42 Rehe, 37 Damhirsche und ein Wildschwein geschossen. Einer der Pächter bewahrte per Drohne sieben Rehkitze vor Verletzungen durch Mäharbeiten. Bei der in 2022 anstehenden Neuverpachtung der Reviere müsse gewährleistet sein, dass die Abschussquoten erfüllt werden, so Horst Hall.

Kindergarten-Ausbau auf dem Weg

Das ganz große Projekt, der Ausbau des Aasener Kindergartens, kommt mit leichtem Verzug auf den Weg. Die Pläne für die 1,4 Millionen teure Maßnahme sind eingereicht. Jetzt hoffe man auf die Genehmigung, um im Frühjahr mit dem Bau beginnen zu können, so Hall. Der Fertigstellungstermin ist noch offen. Die geplante Neugestaltung des Parkplatzes vor dem Kiga wurde auf 2022 verschoben.

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„Energie und Geld kostet der geplante Radweg“ vom Dorfausgang Ostbaarstraße in Richtung Öschberghof und weiter Richtung Pfohren, gestand Hall. Die ursprünglich kalkulierten Kosten von 315.000 Euro sind inzwischen auf 520.000 Euro geklettert. Ein Grund mit dafür sind jetzt entdeckte kontaminierte Erdmassen im Verlauf des Radweges, die saniert werden müssen. Noch liegt ein Sperrvermerk auf dem Projekt.

Mit 12.098 Einwohnern liegt Aasen knapp unter den Vorjahreszahlen. Zehn Geburten sind zu verzeichnen und mit 14 Todesfällen die höchste Zahl seit Jahren.

Wird für den Bau von Mehr- und Einfamilienhäusern erschlossen: das Gewann Grubenäcker oberhalb der Grubenstraße.
Wird für den Bau von Mehr- und Einfamilienhäusern erschlossen: das Gewann Grubenäcker oberhalb der Grubenstraße. | Bild: Elisabeth Winkelmann-Klingsporn

Zur Erschließung des Gewanns „Grubenäcker“ oberhalb der Grubenstraße durch die Firma Weber Wohnbau Niedereschach steht im Februar der Satzungsbeschluss an. Für die Erweiterung des Gewerbegebietes und weiterer Wohnbaugebiete muss der Flächennutzungsplan fortgeschrieben werden. Zum vorgesehenen Neubaugebiet am Oberen Anger stehen noch weitere Verhandlungen mit Eigentümern an.

Gemeinsam die Zukunft gestalten

Mit Blick auf die Überalterung vieler Dörfer sieht Hall Aasen mit einem lebhaften Vereinsleben, vielen Arbeitsplätzen und interessanten Ausbildungsmöglichkeiten gut aufgestellt. Dazu kommt die als gut geltende Infrastruktur mit Grundschule, Kita und Lebensmittelgeschäft.

Mietwohnhäuser sollen das Wohnen für junge Menschen hier flexibel und bezahlbar machen, bevor sie vielleicht später hier das eigene Haus bauen und Unternehmen im Ort als Arbeitskräfte erhalten bleiben.

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„Gemeinsam die Zukunft im Ort gestalten“, daran arbeiten Arbeitskreise der Zukunftswerkstatt, wenn auch durch Corona etwas ausgebremst, weiter. Dazu wünschte auch OB Erik Pauly per Video alles Gute und allen Bürgern ein frohes und gesundes neues Jahr.