Vier Wochen wird das gesellschaftliche Leben wieder heruntergefahren. Gemeinsame Treffen sind gestrichen und soziale Kontakte sollen eingestellt werden. „Die neuen Regeln sind zwingend und notwendig“, sagt OB Erik Pauly und fügt hinzu: „Jetzt muss auch der Letzte gemerkt haben, dass wir mitten in der zweiten Welle sind.“ Schließlich müsste berücksichtigt werden, dass die gemeldeten Fälle der tatsächlichen Zahl „hinterherlaufen“. Wer eine Woche zurückblickt (siehe Zahlen im Infokasten), der könne deutlich erkennen, wie auch in Donaueschingen die Zahl der Infizierten „hochschnellt“. „Das Dramatische ist der exponentielle Anstieg“, sagt das Donaueschinger Stadtoberhaupt.

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Auch wenn es sich bei den aktuell Infizierten noch um rund 95 Prozent der Personen um jüngere Menschen handelt, sei es nur eine Frage der Zeit, bis das Virus in Alten- und Pflegeheimen eingeschleppt werde und es somit auch die Älteren und damit die Risikogruppe treffe. „Und in den Fällen haben wir eine furchtbar hohe Sterberate“, sagt Pauly. Eine dauerhafte Isolierung der Älteren sei kein Weg, weil diese die komplette Abschottung oft noch härter treffe.

„Das Problem sind nicht die staatlichen Maßnahmen. Das Problem ist Corona und darauf müssen wir reagieren.“
Erik Pauly, OB

Auch wenn es harte Einschnitte in die Grundrechte sei, wenn man Menschen das Ausüben ihre Berufstätigkeit untersagen müsse, was ist die Alternative? „Der Staat kann ja nicht sagen, dass er jetzt alles laufen lässt und nachher bekommen wir die Zahlen überhaupt nicht mehr runter“, erklärt Pauly. Die Auswirkungen eines solchen Handels könne man ja in anderen Staaten sehen. Besser sei ein frühes Handeln, um die Zahlen wieder unter Kontrolle zu bekommen. „Das Problem sind nicht die staatlichen Maßnahmen. Das Problem ist Corona und darauf müssen wir reagieren“, macht Pauly klar.

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Dass viele um ihre Existenz bangen – gerade Selbstständige mit kleinen Betrieben -, ist Pauly klar. Aber die 75 Prozent Entschädigung, auf die sich die Ministerpräsidenten-Konferenz geeinigt hat, sei besser, als wenn der Staat gar nichts machen würde. Als Beispiel führt Pauly die Hotelerie an. Viele würden auch so nicht reisen und die Betten würden wohl auch größtenteils leer bleiben, da wären 75 Prozent beim einen oder anderen vielleicht sogar das bessere Ergebnis. „Aber ich will jetzt auch nichts schön reden.“

AHA-Formel und regelmäßiges Lüften

Der Appell des Oberbürgermeisters an jeden einzelnen Bürger: die AHA Formel – Abstand wahren, auf Hygiene achten und, da wo der Abstand sich nicht einhalten lässt, eine Alltagsmaske tragen. Und natürlich in geschlossenen Räumen viel lüften. „Es kommt auf jeden Einzelnen an. Jeder soll schauen, dass er sich selbst nicht ansteckt und natürlich im Ernstfall auch andere nicht ansteckt.“

OB: Donaueschinger reagieren sensibel, weil die die Notwendigkeit sehen

Das sei das Tückische an diesem Virus, dass man sich eben nicht vorstellen kann, wie viele Menschen man als Infizierter ansteckt und wie viele dieser Infizierten dann wiederum in einem zweiten Schritt anstecken – exponentielles Wachstum eben. Aber in Donaueschingen nimmt der OB auch wahr, dass die Bürger sensibel reagieren, weil sie die Notwendigkeit sehen, und dass die Sorge in der Bevölkerung groß ist. Gastronomen und andere würden sich schon melden: Aber nicht um sich zu beschweren, sondern weil sie fragen wollen, wie sie alles am besten richtig machen.

Vier harte Wochen – mit Chance auf einen einigermaßen normalen Dezember

Vier Wochen wären aber ein überschaubarer Zeitraum: „Wenn wir jetzt alle mitziehen, können wir die neuen Regeln wieder lockern und haben einen einigermaßen normalen Dezember“, sagt Pauly und fügt hinzu: „Wenn wir nur halbherzig dabei sind und so handeln, als sei nichts, dann wird es länger dauern.“

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