Die Corona-Krise beutelt den Einzelhandel. Wie stark aber greift die Pandemie einen Laden an, der nahezu ausschließlich aus einer europäischen Corona-Hochburg anbietet? Angelo Barone hat Anfang vergangenen Jahres an der Herdstraße den Feinkostladen Punto Verde eröffnet. Dort verkauft der Spezialitäten aus Italien: zu 70 Prozent direkt vom Produzenten.

Zahl der Fahrten ist rückläufig

Schon zu Beginn der Krise änderte sich die Belieferung. Die Lebensmittel-Lastwagen aus Italien konnten zwar jederzeit den Weg über die Schweiz nehmen, doch die Lieferzeit nahm wegen der Kontrollen der Fahrer an der Grenze zu und die Zahl der Fahrten und das Speditionsaufkommen gingen zurück. Für den Feinkosthändler stiegen die Transportkosten merklich an: ein Plus von 40 bis 50 Prozent, das er nicht auf den Ladenpreis packen konnte.

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Längere Lieferzeiten führen auch zu einem potentiellen Qualitätsrisiko mit daraus resultierenden Haftungsfragen. Unter seinen Käseproduzenten gibt es welche in der Toscana. Die stellen beispielsweise aus aus Kuhmilch Gorgonzola-Sorten her. Weil weder der Produzent die Frischekette garantieren kann, noch Barone auf unverkäuflicher Ware sitzen bleiben möchte, fehlen gegenwärtig ein paar Käsesorten im Sortiment.

Die neue Kundschaft ist jung

Vorbehalte gegenüber italienischen Lebensmittel habe Barone bei seinen Kunden nicht gespürt, aber auch keine besonders ausgeprägte Solidarität. Durch den Lieferservice sei anfangs auch im Laden die Nachfrage größer, erinnert er sich. Seine Lebensmittel haben ihren Preis. Die Kunden können sie sich generell leisten, suchen das Besondere oder wollen sich gesund ernähren. Gerade in letztere Sparte fallen bei Punto Verde in letzter Zeit auffallend junge Kunden, freut sich der 43-Jährige.

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Das letzte Mal in Italien war Barone im Januar. Dann kam die Pandemie. Die nächste Reise wird im September/Oktober nach Sizilien führen. Bei den Zitrusfrüchten steht die Ernte an. Zuvor trifft er sich vorher noch mit seinen Obstbauern.

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