Die Kinder und Erzieherinnen, die bislang im Übergangskindergarten untergebracht waren, haben ihre Sachen packen und sind in den nur wenige Meter entfernten Neubau geogen: Die Kindertagesstätte im neuen Stadtquartier „Am Buchberg“ ist pünktlich fertig geworden und wird nun nach rund 15 Monaten Bauzeit allen Ansprüchen einer modernen Kindertagesstätte gerecht. Sie bietet viel Raum zum Spielen, Toben und Leben und bedeutet für die Stadt Donaueschingen, den Träger der Einrichtung, einen weiteren Meilenstein bei der Umsetzung des Konzepts einer kinder- und familienfreundlichen Stadt.

Kita bietet Platz für 90 Kinder

Betreuungsplätze für 90 Kinder sind hier in den vergangenen Monaten geschaffen worden, die in fünf Gruppen aufgeteilt sind. 65 Plätze davon sind für die drei- bis sechsjährigen und 25 Plätze für Kleinkinder unter drei Jahren. Zwei Gruppen mit insgesamt 29 Kindern sind zurzeit schon im Übergangskindergarten in der Alemannenstraße, in den Räumen des ehemaligen französischen Kindergartens untergebracht. Dieser deckte seit dem 18. Februar den gestiegenen Bedarf an Betreuungsplätzen sowohl für Kleinkinder als auch für Kinder ab drei Jahren ab. Diese zwei Gruppen werden die ersten sein, die in den neuen Kindergarten am Buchberg umziehen. Die Vorfreude ist groß. Im kommenden Kindergartenjahr werden dann auch die anderen drei Gruppen in Betrieb gehen.

„Wir sind stolz und froh, dass wir die Fertigstellung dieses Vorzeigeprojekts verkünden können. Die Inbetriebnahme der neuen Kindertagesstätte ist für uns ein wichtiger Auftakt hier im neuen Stadtviertel ‚Am Buchberg’ und wir freuen uns, dass wir dieses Haus nun mit Leben füllen dürfen“, erklärte Oberbürgermeister Erik Pauly, als er sich beim Rundgang ein Bild von den Räumen der neuen Kindertagesstätte machte.

„Der Bau dieser neuen Kindertagesstätte zeigt, wie wichtig der Nachwuchs für die Stadt Donaueschingen ist. Auch der Gemeinderat hatte die Entscheidung mitgetragen und somit ein Zeichen für die Familienfreundlichkeit in Donaueschingen gesetzt“, hob Stadtbaumeister Christian Unkel hervor.

Mit einem ehrgeizigen Zeitplan wurde am 15. März 2019 der offizielle Baubeginn mit dem Spatenstich markiert, die Arbeiten konnten zügig umgesetzt werden. Ergänzende Maßnahmen wie die Installation der Photovoltaikanlage auf dem Dach des Neubaus werden in Kürze noch vorgenommen, das hatte der Aufsichtsrat der Konversions- und Entwicklungs GmbH (KEG), die Bauherr und Vermieter der Kindertagesstätte ist, beschlossen.

Vier Häuser mit viel Freiraum

Das zweigeschossige Gebäude, das in Holzbauweise errichtet wurde, ist optisch in vier Häuser aufgeteilt und verfügt über eine Nutzfläche von 1300 Quadratmetern. Das Außengelände ist in zwei Spielbereiche unterteilt. Innen sind offene, freundliche Gruppenräume entstanden, die ganz auf die Bedürfnisse von Kindern abgestimmt sind und außerdem die Themen Barrierefreiheit und Inklusion berücksichtigen. Auch moderne Neben- und Verwaltungsräume, ein Mehrzweckraum sowie eine Küche und ein Essbereich stehen den Kindern und Mitarbeitern zur Verfügung.

Doch nicht nur der Zeitplan für das erste kommunale Projekt im neuen Stadtviertel konnte eingehalten werden. Die Gesamtkosten in Höhe von rund 5,78 Millionen Euro bleiben ebenfalls im geplanten Rahmen. Fördermittel aus dem Investitionsprogramm des Bundes zur Kinderbetreuungsfinanzierung fließen in Höhe von 630.000 Euro. Und noch eine gute Nachricht gibt es: Dadurch dass die Kindertagesstätte pünktlich fertig geworden ist, erhält die Stadt auch einen Preisnachlass auf das Grundstück. Denn die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima) hatte einen Nachlass von 350.000 Euro gewährt, weil auf der Fläche ein kommunales Gebäude entsteht.

Nächste Projekt: Realschule

Die Kindertagesstätte wird jedoch nicht das einzige Projekt für den Donaueschinger Nachwuchs sein, dass die Stadt auf dem Gelände, auf dem einst die französischen Soldaten untergebracht waren, realisieren wird. Im mittleren Bereich soll nämlich der Neubau der Realschule entstehen. Und jetzt geht es an das konkrete Projekt. Einen Planungsentwurf gibt es bereits und nun soll das ganze ausgearbeitet werden. Bei der Größenordnung des Projektes wird ein ganzes Team im Einsatz sein: „Der Planungsstab steht“, erklärt Bürgermeister Severin Graf. Auch hier ist der Zeitplan mehr als ehrgeizig. Denn in drei Jahren soll die neue Realschule bezugsfertig sein. Geplant ist nicht nur eine fünfzügige Realschule, in der zukünftig jeder Jahrgang einen eigenen Bereich haben wird, sondern auch eine Dreifeldsporthalle und die Mensa soll so gestaltet werden, dass sie auch für nicht-schulisches Programm genutzt werden kann.

Wird es bei zwei kommunalen Projekten im Konversionsareal bleiben? KEG-Geschäftsführer Tobias Butsch, Geschäftsführer kann sich aber durchaus weitere kommunale Gebäude vorstellen – Platz genug bieten die 14 Hektar ja schließlich. So groß ist nämlich das neue Stadtviertel.

Von der Bima erhält die Stadt Donaueschingen schon einmal Lob für ihre Zielstrebigkeit, die sie beim neuen Stadtviertel „Am Buchberg“ an den Tag legt. „Das ist eine Konversion par excellence“, erklärt Stefan Menner von der Bima. (pm/jak)