Schon 20 Minuten bevor das Recyclingzentrum seine Pforten öffnet, stehen zwei Autos auf dem Neberweg und warten. Auf dem Hof selbst treffen die Mitarbeiter Siegfried Fricker und Ingeborg Käfer die letzten Vorbereitungen.

Bereits 20 Minuten vor Öffnung des Recyclingzentrums hat sich am Dienstag eine Schlange gebildet.
Bereits 20 Minuten vor Öffnung des Recyclingzentrums hat sich am Dienstag eine Schlange gebildet. | Bild: Jakober, Stephanie

Die Schlange wächst und als sich erstmals die Tore öffnen, warten schon sechs Fahrzeuge. Schnell füllt sich der Hof, noch ist etwas Orientierung angesagt. Was steht wo? Und wohin muss die alte Kaffeemaschine jetzt genau. Eifrig wird entsorgt: ein altes Fitnessgerät, viel Papier und selbst zwei Pflanzen liegen einsam im Grüngutbereich.

Grüngut-Entsorgung im Winter? Zwei Pflanzen sind immerhin zu finden.
Grüngut-Entsorgung im Winter? Zwei Pflanzen sind immerhin zu finden. | Bild: Jakober, Stephanie

Einen offiziellen Eröffnungstermin gibt es allerdings nicht: Landrat Sven Hinterseh und Oberbürgermeister Erik Pauly verzichteten aufgrund der derzeitigen, Corona-bedingten Einschränkungen, auf einen solchen Termin. „In gewöhnlichen Zeiten wäre dies aufgrund der Bedeutung des Recyclingzentrums für die Abfallwirtschaft des Landkreises wie auch für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Donaueschingen, aber auch im Hinblick auf die erfolgreiche Projektumsetzung, selbstverständlich gewesen“, so Landrat Sven Hinterseh. Alle Projektbeteiligten hätten enormen Anstrengungen bei der zielstrebigen Umsetzung des Projekts unternommen. Und während lange über die Umsetzung des Projektes diskutiert wurde, ging die eigentliche Realisierung doch verhältnismäßig schnell.

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Deutlich mehr Platz

Rainer Hall, Geschäftsführer des Maschinenrings, sieht im neuen Standort durchweg Vorteile. Der Offensichtlichste ist schon einmal der Platz. Beim Maschinenring, der sich im Schwarzwald-Baar-Kreis um fast alle Recyclinghöfe kümmert, war die Nutzfläche von rund 1900 Quadratmetern zu klein geworden. Was vor 20 Jahren, als das Recyclingzentrum damals dort eingerichtet wurde, noch passte, stieß mittlerweile doch an die Grenzen. Und am neuen Standort sind dann gleich 1000 Quadratmeter mehr vorhanden.

Der erste Einsatz auf dem neuen Gelände: Siegfried Fricker sorgt dafür, dass alles geregelt läuft.
Der erste Einsatz auf dem neuen Gelände: Siegfried Fricker sorgt dafür, dass alles geregelt läuft. | Bild: Jakober, Stephanie

Das ermöglicht auch eine neue Logistik. Während am alten Standort Grüngut-Entsorger und Besucher mit Elektroschrott oft in die Quere kamen, kann sich der Verkehr kurz nach der Einfahrt trennen. Geradeaus geht es zu den Containern, in denen Fernseher, Kaffeemaschinen und sonstiges ihren Platz finden. Wer nach rechts fährt, kann seine Grüngut-Abfälle entsorgen. „Die zwei Spuren sorgen dafür, dass sich alles entzerrt“, erklärt Rainer Hall auf Anfrage des SÜDKURIER.

Ingrid Käfer hilft den Besuchern, sich zu orientieren.
Ingrid Käfer hilft den Besuchern, sich zu orientieren. | Bild: Jakober, Stephanie

Das Geschäft boomt

„Für einen Dienstag ist es heute relativ ruhig“, sagt Ingeborg Käfer. Doch seit März boomt die Wertstoffentsorgung. „Wir haben rund ein Viertel mehr Geschäft“, erklärt Rainer Hall. Gerade im März und April habe man gemerkt, dass viele Kurzarbeit hatten und verstärkt zu Hause waren. Der Garten wurde gerichtet und es gab vermehrt Grüngutabfälle. Das eine oder andere Gartenhaus wurde erneuert und die Reste entsorgt. Keller wurden entrümpelt. „Gerade, als wir nur eine beschränkte Anzahl auf das Gelände lassen durften, haben sich schon Schlangen gebildet“, blickt Hall zurück.

Schon nach ein paar Minuten ist der Hof am Dienstag, 26. Januar, gut gefüllt.
Schon nach ein paar Minuten ist der Hof am Dienstag, 26. Januar, gut gefüllt. | Bild: Jakober, Stephanie

Doch nun gilt auf dem Recyclinghof in erster Linie Maskenpflicht. „Wenn wir sehen, dass es zu viele Leute werden, dann machen wir schon mal das Tor kurz zu.“ Aber mit den wartenden Fahrzeuge ist das auch kein Problem: Diese können sich auf dem Neberweg aneinanderreihen. Ein Grund, warum die Zufahrt nun getrennt von der Abfahrt erfolgt: In der Carl-Benz-Straße wäre kaum Platz für wartende Recyclingzentrum-Besucher. Und schon am ersten Tag wird das unterstrichen: Vor dem benachbarten Autohaus parken zwei riesige Autotransporter – Platz ist so in der Straße kaum noch.