Die Lehrerin Bihter Scheufele weist vor der Eichendorffschule zwei älteren Schülern den Weg. Nein, die beiden sollen nicht über den Grundschulhof zum Siedlersteg laufen, sondern außenrum. Entzerrung heißt die Devise in dieser Viertelstunde nach Schulschluss, in der Schüler und abholende Eltern auf dem Gehweg aufeinander treffen. „Meist klappt das ganz gut“, sagt die Lehrerin, die einmal in der Woche ihren Dienst als Busaufsicht versieht: eine Aufgabe, zu der auch gehört, haltende Elterntaxis weiter zu schicken.

Ein Vorfall in diesem Schuljahr

Auf dem Schulgebäude wird Maske getragen, im Bus auch. Auf den paar Metern dazwischen gilt das nicht. Dennoch „müssen wir dafür sorgen, dass es dort einigermaßen ordentlich zugeht“, so Möllen. Bei der Beförderung entschwindet der Einfluss der Schule. Es sei denn es gibt Beanstandungen. Einen Vorfall habe es im neuen Schuljahr gegeben. Drei Schüler aus Richtung Pfohren seien an einem Morgen nicht pünktlich an der Schule angekommen. Die Meldung der Eltern hat Möllen an die Stadt weitergegeben. Die habe erfahren, der Bus sei zu voll gewesen.

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An der Grund-und Werkrealschule mit 487 Schülern sind etwa 90 Kinder und Jugendliche auf den Bus angewiesen, an der Realschule besitzen von 780 Schülern 430 Schüler im September eine Monatskarte. „Eigentlich hätte ich gedacht, dass mehr Schüler mit dem Fahrrad kommen oder mit dem Auto gebracht werden“, sagt Schulleiterin Katja Fox. Die Beschwerden über den Schülerbusverkehr, welche die Schulleiterin erreicht haben, halten sich in Grenzen. Zuletzt gab es einen Anruf einer Mutter aus Grüningen. Ihre Klage: Der Ringzug sei unter dem Aspekt der Corona-Abstandsregeln überfüllt gewesen.

Auf dem Schulgelände gehört zur Corona-Vorbeugung, dass sich Jahrgänge nicht durchmischen. Das klappe sehr gut, so Fox. Wie das im Bus gehandhabt wird könne sie nicht sagen. Die Schulleiterin ist aber gespannt, wie sich die Situation in Bussen und Zug im Herbst entwickelt, wenn die Radfahrer auf den Bus umsteigen.

Beim Fürstenberg-Gymnasium gehört die Bushaltestelle zum Schulgelände. Deshalb sei die Umstellung für die Schüler groß, sagt Schulleiter Mario Mosbacher. Denn dieses Schuljahr gilt auf dem gesamten Schulgelände eine Maskenpflicht. Das hätten noch nicht alle verinnerlicht, räumt der Schulleiter ein. Deshalb erinnern die Aufsichten an die Maskenpflicht, weisen Schilder darauf hin und wird die Erfordernis im Unterricht erklärt. „Es wird besser, aber hier müssen wir noch besser werden“, räumt Mosbacher ein.

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Zur Schülerbeförderung in Regionalbussen seien bei der Stadtverwaltung bisher nur zwei Beschwerden eingegangen, sagt Rathaussprecherin Beatrix Grüninger. Dabei sei es zum einen um den Einsatz von Verstärkerbussen gegangen. Zum anderen sei eine Busverbindung nicht bedient worden. Die Beschwerden wurden ans Landratsamt beziehungsweise direkt an das zuständige Busunternehmen weitergeleitet. Im Zusammenhang mit der Schülerbeförderung beim Donaubus lägen aktuell keine Beschwerden vor.

Andreas Enns wartet mit seinem Bus vor der Eichendorffschule. Mit einem freundlichen Ton bekommt man bei den Jugendlichen coronakonformes Verhalten im Bus.
Andreas Enns wartet mit seinem Bus vor der Eichendorffschule. Mit einem freundlichen Ton bekommt man bei den Jugendlichen coronakonformes Verhalten im Bus. | Bild: Wursthorn, Jens

Von einem ruhigen Schuljahresanfang spricht die Leiterin der Grundschule Bräunlingen, Martina Losch. Keine Beanstandungen, wie es sie bei zu frühen oder zu späten Verbindungen in früheren Jahren gegeben habe, lägen vor. „Ansonsten haben wir einen kurzen Draht zur Nahverkehrsbehörde“, führt sie weiter aus. Dabei ist die Zahl der Fahrschüler überschaubar. 21 Kinder aus Hubertshofen, Mistelbrunn und Unterbränd nutzen den Schulbus.

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Beim Hüfinger Hauptamtsleiter Horst Vetter sind keine Beschwerden eingegangen. Die Maskenpflicht in den Bussen funktioniere. Zwar sei es in den Bussen schwierig, Abstand einzuhalten, aber bei der genannten Altersgruppe – die Lucian-Reich-Schule unterrichtet bis Klasse 10 – dürften die Bestimmungen im Bus nicht in Frage gestellt werden.

„Bisher keine Beanstandungen von Elternseite“, bestätigt Schulleiterin Ruth Schütz-Zacher. Sie verweist auf ein Modell, das den Schulanfang entzerrt. An der Lucian-Reich-Schule wurde ein flexibler Beginn am Morgen eingeführt. Der eigentliche Unterrichtsbeginn ist um 8.30 Uhr. Um Stoßzeiten zu vermeiden, können die Schüler in einem Zeitfenster zwischen 8.20 und 08.40 Uhr ankommen.

Zahlreicher als in den Vorjahren seien mit Corona-Hintergrund Anfragen und Beschwerden von Eltern gewesen, die monierten, Busse seien zu voll. Das sagt Landkreis-Sprecherin Heike Frank. Erfahrungsgemäß dauere es ein paar Tage, bis sich die Schüler auf die schon immer eingesetzten Verstärkerbusse verteilt haben. Mit dem Schuljahrswechsel seien die Verkehrsleistungen deutlich ausgebaut worden. Geändert habe sich die Priorität bei Erstellung der Fahrpläne. Taktfahrpläne nehmen weniger Rücksicht auf die Schulzeiten.

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