Es ist kurz nach 17 Uhr, als Marina Moser gerade von der Arbeit nach Hause kommt. Ihr Auto parkt sie an diesem warmen Mittwoch vor einem der Aussiedlerhöfe auf den Immenhöfen bei Pfohren. Dort wohnt die 19-Jährige mit ihrer Familie. Auf dem großen Gelände verteilt stehen unter anderem auch noch sechs Traktoren. Dass Moser vorrangig im Freien arbeitet, erkennt man schnell an ihrer erdig verdreckten Kleidung: Sie trägt eine graue Schirmmütze, ein hellgrünes Arbeitsshirt und eine dunkelgrüne Arbeitshose.

Zwischen zwei Leidenschaften

Erst vor ein paar Wochen hat Marina Moser ihre Ausbildung zur Landschaftsgärtnerin erfolgreich abgeschlossen. Seitdem gehört sie zum festen Team der Donaueschinger Firma Jäger Garten- und Landschaftsbau. Doch sie hat noch eine andere große Leidenschaft, der sie nachgeht: die Landwirtschaft. „In ein paar Jahren möchte ich eine zweite Ausbildung zur Landwirtin beginnen“, sagt die junge Frau mit dunkelblonden Haaren.

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Woher diese Begeisterung kommt? Die Mosers haben einen Hof, der sich seit Generationen in Familienhand befindet. Dort liegen die Schwerpunkte auf dem Ackerbau sowie der Viehwirtschaft. 70 Milchkühe, 13 Muttersauen sowie sämtliche Nachkommen derer sind auf dem Aussiedlerhof zuhause. „Mein Onkel hat eine Metzgerei, da geht dann der Großteil unserer Produkte hin“, erzählt die 19-Jährige.

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Nur dem Eigenbedarf dagegen dienen die 25 Hühner. Einem frischen Frühstücksei direkt von Zuhause steht bei den Mosers also nichts im Weg. Zur Familie zählt übrigens auch die zehn Jahre alte Hündin Anja, die regelmäßig alle auf Trab hält. „Früher hatten wir noch Pferde“, so Marina Moser. Und ein ebenfalls auf dem Gelände befindlicher Garten ist „Mamas Reich“.

Begeisterung für grüne Berufe von klein auf

„Die Arbeit auf unserem Hof ist toll, alle helfen mit.“ Sie mache eigentlich alles gern, sagt Moser. Durch ihren Job als Landschaftsgärtnerin und die Tätigkeit zuhause habe sie eine gute Abwechslung. „Ich habe schon immer gern mit Tieren und in der Natur zu tun gehabt. Das ist einfach schön. Nur im Büro zu sitzen, das kann ich mir nicht vorstellen“, erzählt Marina Moser. Die Begeisterung für Berufe im Grünen wurde ihr quasi in die Wiege gelegt. Gerade jetzt, zur Sommerzeit mit stets hohen Temperaturen, sei es wichtig, bei der Arbeit auf seinen Körper zu achten. „Da hilft am Ende aber auch nur viel Trinken und Eincremen“, meint sie mit einem Lächeln.

Zusammen mit Familienhündin Anja macht es sich Marina Moser zwischen mehreren Heuballen gemütlich.
Zusammen mit Familienhündin Anja macht es sich Marina Moser zwischen mehreren Heuballen gemütlich. | Bild: Singler, Julian

Manchmal beginne die Firma, bei der Moser arbeitet, schon morgens um 6 Uhr. „Da ist es noch recht kühl. Wir arbeiten dann an diesen Tagen bis 14.30 Uhr, damit wir nicht so lange in der Mittagshitze unterwegs sind.“ Im Winter dagegen würden Geschäfte im Garten- und Landschaftsbau in der Regel mehrere Wochen geschlossen bleiben. Der Grund: Während der kalten Jahreszeit könne manchmal zum Beispiel kein Beton verarbeitet werden. Was aber nie ruhe, seien etwa die täglichen Aufgaben im Stall zuhause.

Nach der Arbeit geht es aufs Feld

Läuft alles normal, „geht es nach der Arbeit zuhause im Feld weiter oder ich helfe im Stall – das kommt immer darauf an“, sagt Marina Moser. An Wochenenden könne sie dann auch tagsüber mit anpacken. In der Regel seien die Arbeiten im Stall zwischen 19.30 und 20 Uhr erledigt. „Bei der Arbeit helfen wir uns alle gegenseitig – je nachdem, wo die individuellen Stärken liegen.“

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Die Pläne in Sachen zweiter Ausbildung sind zwar noch nicht ganz ausgearbeitet. Klar ist jedoch, dass Marina Moser den Beruf der Landwirtin in einem anderen Betrieb erlernen möchte, nicht auf dem Hof zuhause. Das würde schon funktionieren, sei aber nicht ideal, meint sie. Wegen ihrer Heimatverbundenheit „möchte ich aber auf jeden Fall in der Region bleiben“. Die Baar und den Schwarzwald unmittelbar vor der Haustür: An ihrer Heimat findet Marina Moser eigentlich alles super, sagt sie. „ Hier ist Ruhe und im Vergleich zu anderen Regionen viel weniger Verkehr. Dazu kommt die tolle Landschaft.“

Bild: Singler, Julian

Mit ihrer angenehmen und ruhigen Art scheint die 19-Jährige den Spagat zwischen Beruf und Noch-Hobby gut hinzubekommen. Schon in ein paar Jahren soll die Landwirtschaft aber von einem zeitintensiven Hobby zu einem weiteren Beruf werden. Nach einem kurzen Besuch bei den Milchkühen im Stall geht es für Marina Moser am Mittwoch ab zur nächsten Leidenschaft: dem Reiten. Selbst ihren Feierabend verbringt sie folglich am liebsten draußen.