Es brechen alte Zeiten an: Wenn montagabends die Fraktionssprecher ins Rathaus tingelten, um sich mit dem Stadtoberhaupt zur Vorbesprechung der kommunalpolitischen Sitzungen zu treffen, dann war es lange Zeit die GUB, die für die einzige Frau in der männlich geprägten Fraktionssprecherrunde sorgte. Erst war es Claudia Weishaar, dann Claudia Jarsumbek und dann wieder Claudia Weishaar. Insgesamt hat sie so 17 Jahre die Politik der GUB maßgeblich geprägt. Und nicht nur das: Weishaar war bis November 2017 ganze 20 Jahre lang die Vorsitzende der GUB.

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Den Fraktionssprecher-Posten wollte Weishaar im Herbst 2018 eigentlich gar nicht zurück und sie machte deutlich, dass sie nur einspringt, weil die andere Claudia die Stadt verlässt. Eigentlich wolle sie sich ja langsam aus der Politik zurückziehen und das Zepter der jüngeren Generation überlassen.

Die Karten wurden neu gemischt

Lange hatte die GUB-Fraktion mit sich gerungen, doch wegen der anstehenden Kommunalwahl sollte es eine kommunalpolitisch erfahrene Stimme sein. Schließlich hängt von so einer Wahl immer viel ab. Aber schon damals war klar: „Und dann werden die Karten neu gemischt“, sagte Weishaar im Herbst 2018.

Claudia Weishaar gibt es Posten des GUB-Fraktionssprechers jetzt zum zweiten Mal ab.
Claudia Weishaar gibt es Posten des GUB-Fraktionssprechers jetzt zum zweiten Mal ab. | Bild: Simon, Guy

Und scheinbar hat die GUB ihre Karten in den vergangenen Wochen kräftig gemischt. Gezogen wurde Marcus Milbradt: einer der letzten, der im alten Donaueschinger Krankenhaus zur Welt gekommen ist, einer der Karlstraßen-Optiker und seit einem Jahr Mitglied im Gemeinderat. An ihn wird Claudia Weishaar das Staffelholz des Fraktionssprechers übergeben.

Nicht immer an die Fraktion angepasst

Kommunalpolitisch dürfte dieser Wechsel auf jeden Fall spannend sein: Wenn es in der GUB im vergangenen Jahr jemanden gab, der sich nicht dem Stimmverhalten der restlichen Fraktion angepasst hat, war es Marcus Milbradt. Beispielsweise in der jüngsten Sitzung, als sich die GUB für eine Vertragsverlängerung in Sachen Stadtbus aussprach und Milbradt sich enthalten hat. Es stellt sich die Frage: Welchen Weg wird die GUB nun einschlagen?